Asche im Neonlicht

Ein Gedicht von Max Vödisch
Die Nacht – ein schwarzes Feld,
auf dem Lichter zucken
und Menschen gesetzt werden
wie Figuren ohne Wert.

Die Musik hämmert.
Nicht laut –
sondern unerbittlich.
Ein Bass, der tiefer geht
als jedes Wort.

Schönheit flackert
auf in Gesichtern,
als hätte das Neon
sie nur ausgeliehen,
doch hinter der Schminke
nur ein Blick,
der niemanden mehr sucht.

Am Tresen
kippt der Alkohol die Wahrheit um,
macht aus Sehnsucht
kleines Geld
und aus Geld
stille Gläser.

Körper streifen sich
wie Fremde im Vorübergehen,
als wollten sie prüfen,
ob sie noch aus Haut bestehen.

Die Nacht dreht weiter,
als hätte sie kein Ende –
bis der Morgen
die Lichter löscht
und alles zurückfordert.

Ein leeres Portemonnaie,
ein trockener Mund
und irgendwo dazwischen
ein Echo,
das sich weigert,
ganz zu verstummen.

Informationen zum Gedicht: Asche im Neonlicht

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16.04.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Max Vödisch) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.