Allein durch den Regen
Ein Gedicht von
Lisa Nicolis
***
Der Morgen schüttelt im Wind
den feinen Regen
aus dem Geäst der Allee,
Kastanien zündeln die Kerzen
trotz Wetter,
während Narzissen sich kraftlos schon
durch den Mai und milde Tropfen säbeln.
Die flüchtigen Wolken werfen
ihren Schatten mir in die Seele,
ohne dass Blüten
sich in ihm verfangen.
Nur dieser fahle Duft
von Erde in Regenhaut
und etwas Unausgesprochenem,
hängt wie verlorenes Licht
in den Zweigen
und meine Fenster sind
keine Öffnungen mehr,
durch die mein Sehnen flattert,
sondern Augen,
die mein Alleinsein
ganz anders erblicken.
Lisa Nicolis
Meine Enkelin scheint recht zu haben, wenn sie meint, ich wäre ein so lustiger Mensch und sie glaubt, in meinen Gedichten treibt nur mein Unterbewusstsein sein Unwesen, dass diese immer so traurig ausfallen.
Mein sehr kleiner Spaziergang heute, nach langer Zeit der Ängste, war erfrischend, mein Gedicht aber wollte nicht so recht meine gefühlt gelöste Stimmung einfangen.
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