Alle Wetter!

Ein Gedicht von Eva Pietsch
Der Wetterfrosch hielt sein Versprechen nicht.
Der sonnige Himmel blieb nicht lange dicht.

Die erhöhte Luftfeuchtigkeit an diesem Tag
ging über in zaghaften Niederschlag.

Das Maximum war noch lang nicht erreicht.
Am Anfang tröpfelte es nur leicht.

Sprühregen fiel auf Schirme und Mützen
und bildete nach und nach erste Pfützen.

Die begannen bald, über die Ufer zu treten.
Es gibt Tage, da hätte man besser Gräten.

Der Pegelstand fuhr fort sich zu heben.
So ist das bei ergiebigem Landregen eben.

Mitunter bin ich ein armer Tropf:
Pudelnass war ich von Fuß bis Kopf.

Der Pegelhöchststand war noch nicht erreicht,
da hatte das Nass mich schon durchweicht.

Alldem folge ein erfrischender Schutt,
es gilt auch im Süden: Wat mutt, dat mutt.

An die Farbe der Stadt erinn‘re ich mich genau.
Sie erstrahlte feuchtfröhlich grau-in-grau.

Bedenk‘ ich es noch ein wenig genauer,
gab‘s zwischendurch auch noch kräfitge Schauer.

Des Spektakels Finale, der satte Guss,
war an diesem Ort selbstverständlich ein Muss.

Nun ratet: Wo durfte ich all dies genießen?
Nomen est omen: Die Stadt heißt Gießen.

Informationen zum Gedicht: Alle Wetter!

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07.06.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Eva Pietsch) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.