Wetter oder kein Wetter

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Im Radio meint der Wettermann,
das Wetter ist so wie es kann.
Wenn es weiterhin so bleibt,
der Frühling in die Höhe treibt.
Das Angebot bestimmt die Preise
und mancher plant die Urlaubsreise.

Im TV sagt uns der Wettermann:
„Laut Kalender fängt der Frühling an.
Die Sonne es gut mit uns meint
und täglich viele Stunden scheint.
Krokusse und Forsythien blühen,
die Zugvögel von Süden her ziehen.
Der Handel ebenfalls an uns denkt
und jeder Kundin eine Blume schenkt.

Im Internet meldet der Wettermann,
Laut Kalender wäre der Frühling dran.
Doch der Wind hat sich gedreht,
und Kälte von Sibirien her weht.
Ein großes Tief von Osten naht
und beschert uns bis minus 12 Grad.
Krokusse und Forsythien erstarren,
die Zugvögel auf Malta verharren.
Regen macht die Straßen glatt
und jedes Flüsschen Hochwasser hat.

Das Wetteramt hüllt sich in Schweigen,
will uns nicht das Wetter zeigen.
Dann wär es nämlich offiziell,
doch es ändert sich oft schnell.
Wer die volle Wahrheit wagt,
lieber unsere weise Oma fragt.
Wenn ihr im Knie das Rheuma kommt,
ändert sich das Wetter und zwar prompt.

16.03.2020©Wolf-Rüdiger Guthmann

Informationen zum Gedicht: Wetter oder kein Wetter

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16.03.2020
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Wolf-Rüdiger Guthmann) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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