Regenwäsche

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Gestern war der Himmel grau,
dafür war ich dann abends blau.
Heute Morgen war ich ganz grau,
dafür war doch der Himmel blau.

Der Wettermann im Radio schwor:
„Heute kommt kein Regen vor.“
Ich mag nicht Streit und Zank,
drum blieb der Schirm im Schrank.

Um Mittag doch ein Windstoß kam,
der laue Luft und den Atem nahm.
Der Himmel hat sich grau bezogen,
gegens Fenster erste Tropfen flogen.

Zum Feierabend Gewitter war,
Blitz und Donner bildeten ein Paar.
Selbst rare Kugelblitze flogen,
stundenlang am Himmel zogen.

Die Autos durch die Pfützen flitzten,
dabei bis an die Häuser spritzten.
Und gerade an der Bushaltestelle
war im Pflaster eine tiefe Delle.

Wer es wusste, in Deckung ging,
die anderen eine Bugwelle empfing.
Manche Hose, die einst blau,
war so nass jetzt mausegrau.

Meine Oberkleidung blieb zwar trocken,
dafür schmatzten Schuhe und Socken.
Zuhause hat meine Frau geschrien:
„Konntest du nicht Stiefel anzieh‘n?“

16.05.2018 © W.R.Guthmann

Informationen zum Gedicht: Regenwäsche

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16.05.2018
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Wolf-Rüdiger Guthmann) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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