Polterabend

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Hinter den Gärten im neuen Haus
geht eine Familie ein und aus.
Und das schon eine ganze Weile,
nur zur Hochzeit war noch keine Eile.
Da waren Kind, Haus und Garten,
alles andere musste warten.
Und das eigne Kind war noch zu klein,
um vorne weg Blumen zu streu’n.
Doch alles braucht einen stabilen Rahmen
und der Nachwuchs seinen endgültigen Namen.
Außerdem ist das Heiraten zwar teuer,
doch erspart es manche Steuer.
Und damit die wilde, sündige Ehe
nicht immer länger noch bestehe,
heiraten Sonnabend miteinander
die Alexandra und der Alexander.
Um zu wahren den Glück bringenden Brauch,
kommen wir Nachbarn zum Polterabend auch.
Was in der eigenen Ehe bekam einen Sprung,
zerpoltern wir jetzt mit kühnem Schwung.
Seien es immer die Scherben der andern,
die vom Haus in die Mülltonne wandern.
Man sagt: „Marmor, Stein und Eisen bricht,
aber große Liebe nicht.“
Oftmals ist es umgekehrt,
wie man täglich so erfährt.
Wir wünschen Euch, dass alles hält,
solang ihr lebt auf dieser Welt.

2012 © Wolf-Rüdiger Guthmann

Informationen zum Gedicht: Polterabend

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24.10.2012
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