Neue Wetterkapriolen

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
In der Kneipe beim Bier und Kegeln
las ich Weihnachten Bauernregeln.
Heute wollte ich den Dank vor holen,
doch es gab nur Wetterkapriolen.

Erinnert euch, für Seele und Herz
war sehr ungesund der März.
Mal Sonne, dann Hagel und Regen,
man musste sich ungewollt bewegen.

Die Frühblüher lange Stängel bauten,
zur Blütenöffnung sich nicht trauten.
Nur die Vögel in unserem Garten
mit der Liebe nicht mehr warten.

Sie sitzen in Oleander und Flieder
und wippen emsig auf und nieder.
Der erste Storch schaut aus dem Nest,
ob sich ein Partner sehen lässt.

Ich glaube nun, in diesen Tagen
gibt der Winter sich geschlagen.
Doch ich bin lieber wortlos still,
es kommt ab morgen der April.

Über dessen verrückte Sachen
kann man eigentlich nur lachen.
Mal schwitzt man selbst in Badehosen,
dann werden Eisblumen aus unsren Rosen.

Manche Wolke Hagel trägt,
der das Autodach zerschlägt.
Und wenn man denkt, es ist vorbei,
gibt es Schnee am 1.Mai.

31.03.2016 © Wolf-Rüdiger Guthmann

Informationen zum Gedicht: Neue Wetterkapriolen

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31.03.2016
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