Nachwuchsversuch

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Die Spätzin sprach: „Mein lieber Schatz,
ich hätte gern nen kleinen Spatz.“
Der Spatz gerade Würmer suchte,
den Wunsch der Gattin still verbuchte.
Winter war es laut Kalender noch,
denn Monat Februar war es doch.
Die Sonne aber ihre Strahlen schwärmte,
obwohl so schräg noch keiner wärmte.
Jedoch er sprach: „Dann lass uns fliegen,
dorthin wo die Gärten liegen.
Lass die Bäume uns anseh’n,
ob ein Nest dort kann entsteh’n.
Die Rinne über dem Hühnerstall
verschwand im Sturm mit lautem Knall.“
Und schon hörte man ihr schrilles Pfeifen
während sie durch den Garten streifen.
Doch an diesem sonst raupenreichem Ort
waren alle eignen und fremden Nester fort.
Rohre, Rinnen und hohle Bäume
sorgten oft für süße Träume,
doch kahle und abgebrochene Äste
waren nicht dienlich einem Neste.
Im Ziegelstapel, der ganz neu dort stand,
sich endlich eine geeignete Höhle fand.
Sie schleppten emsig Heuhalme heran,
da fing es plötzlich zu schneien an.
Sie haben schnell sich drin versteckt,
dann hat der Schnee alles bedeckt.
Eng gekuschelt werden sie beide sitzen,
im Traum von Sonne und Liebe schwitzen.

25.02.2020©Wolf-Rüdiger Guthmann

Informationen zum Gedicht: Nachwuchsversuch

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25.02.2020
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Wolf-Rüdiger Guthmann) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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