Die wahre Liebe

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Wacht man früh am Morgen auf,
nimmt neue Liebe ihren Lauf.
Ist man auch vom Schlaf verbittert
und der Partner leicht zerknittert,
sind die Laken sehr zerknautscht
und beider Oberteil vertauscht,

tun gerötet noch alle Knie weh
und gestaucht ist leicht ein Zeh,
will man den anderen nicht missen,
seine Sehnsucht bestätigt wissen.
Wenn sie vorm Spiegel sagt: “Lass!“,
wünschte sie insgeheim sich: “Fass!“,

drückt den Kopf an seinen Busen,
um ein letztes Mal zu schmusen.
Leider fehlt beiden die Zeit,
obwohl sie zu allem bereit.
Seine Berührung ihrer Haut
abendliche Pläne baut.
Beim Gläschen Wein und Kerzenlicht
wird sie hauchen: „Jetzt oder nicht!“

Man trennt sich im Kuss mit Gewalt
und rennt in getrennte Richtungen halt.
Im Büro kann man dann entdecken,
was sich liebt, darf sich auch necken.
Der Partner hat ein Lieblingskonfekt
heimlich im Frühstücksbrot versteckt.

Kommt „er“ abends schleichend heim,
darf sie lächelnd etwas freier sein.
Kommt „sie“ von der Arbeit nach Haus,
zieht er ihr schnell die Schuhe aus,
bettet sie zart auf eine Liege,
damit sie eine Fußmassage kriege.

Neigt der Tag sich dann zur Nacht
und die Wirtschaft ist gemacht,
denkt sie an die heutige Planung
und freut sich, dass er keine Ahnung.
Sie genießen dann ihr Liebesglück,
doch ich zieh mich nun zurück.

14.02.2015 © Wolf-Rüdiger Guthmann

Informationen zum Gedicht: Die wahre Liebe

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21.03.2017
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