Die Taubenkönigin -berichtigte Fassung

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Jeder Taubenfreund wird sie kennen,
ich muss ihre Schlagnummer nicht nennen.
Das ganze Jahr ist sie Taubenmutter,
reinigt den Schlag, bereitet den Jungen Futter.
Sehr sorgsam sie die Eier brütet
und Flügel breitend sie behütet.

Bei den Menschen kann es keiner fassen,
nie würde sie ihre eigene Brut verlassen.
Das nutzt der Brieftaubenzüchter aus,
seine Taube fliegt stets besorgt nach Haus.
Ihr könnt es mir ruhig glauben,
sie ist Königin unter den Tauben.

Bei jedem großen Brieftaubenfest
der Züchter sie doch starten lässt.
Mehrere hundert Kilometer
fährt sie ihr Herrchen Peter,
lässt sie zusammen in die Lüfte heben,
um sich selbst nach Hause zu begeben.

Doch die schlanke Tauben Königin
fliegt fast in der Luftlinie dahin.
Peter kämpft mit Autobahn und Polizei,
die Königin fliegt ruhig vogelfrei.
Und dann kommt sie, ungelogen,
stets über unsern Hof geflogen.

Wenn der Regen ihr Gefieder nässt,
sie sich bei uns nieder lässt.
Futter und Wasser stehen jederzeit
für solche Vögel doch bereit.
Sie trippelt durstig und leicht matt
bis sie ihren Schlafplatz hat.

Gestern Abend kam sie angeflogen
und eben ist sie weiter gezogen.
Mit dem Fernglas kann ich bei jeder lesen,
aus welchem Tauben Schlag sie gewesen.
Denn jede trägt am Fuß so ein Ding,
einen lesbar beschrifteten Plastering.

Wenn man den zu entziffern lernt,
man bald von den Brieftauben schwärmt.
Die Entzifferung ist ein weites Feld
man kommuniziert mit der halben Welt.
Und irgendwann, das könnt ihr glauben,
trefft auch ihr die Königin der Tauben.

11.02.2020©Wolf-Rüdiger Guthmann

Informationen zum Gedicht: Die Taubenkönigin -berichtigte Fassung

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11.02.2020
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