Die Hose

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Wenn ich durch die Straßen laufe
Ich mir meist die Haare raufe.
Eine Hose könnt ich brauchen,
denn die jetzige hat vom Rauchen,
weil ich dabei eingepennt,
etwas was man Brandloch nennt.

Textilien gibt es jede Menge,
meist zu weit oder zu enge.
Passt einmal der Bauch hinein
stopft man die Beine in die Schuhe rein.
Hat man die richtige Länge getroffen,
bleibt wegen Enge der Reißverschluss offen.

Dann sagt manch Gegenüber am Ort:
Pass auf, dein Vogel fliegt gleich fort.
Stimmen dagegen Länge und Enge
ist kein Platz für des Mannes Menge.
Neulich habe ich einen getroffen,
dessen Hose war im Schritt offen.

Doch man muss auch vorwärts sehen,
stets mit neuer Mode gehen.
Drum hab ich eine Elle mir geliehn
und werde nun nach Schottland ziehn.
Dort keine Länge, Menge und Enge gilt,
denn ich trage ab sofort nur den Kilt.

04.08.2020©Wolf-Rüdiger Guthmann

Informationen zum Gedicht: Die Hose

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04.08.2020
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Wolf-Rüdiger Guthmann) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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