Der Bettgeselle

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Ein jeder Mensch in Land und Stadt
doch seine eigene Wohnung hat.
Jetzt kommen Leute zum Asyl,
die haben nichts oder nicht viel.

Sie kommen gern zu uns als Gast,
haben sich dem Euro angepasst.
Der eine möchte Autos reparieren,
die der TÜV wird reklamieren.

Der Nächste, einer von den Schlauen,
will uns hier ganze Städte bauen.
Er selber einen Strick sich dreht,
wenn es um Frauenparkplätze geht.

Sie haben schon manches angefasst,
doch war es meist nicht angepasst.
Während jeder Einheimische schlief,
wurden hier einige sehr nachtaktiv.

Wohnungen, die leer und nutzlos lagen,
wurden schnell noch abgetragen.
Archive haben Überlieferungen gerettet,
wie man die Asylanten trotzdem bettet.

Mit Frau und Kindern, lieb und nett
schläfst du des Nachts im eignen Bett.
Am Tage hält dann der neue Bettgeselle
seinen Nachtschlaf auf dem Bettgestelle.

Die Hausfrau wachsam an der Haustür steht
und nimmt zweisprachig die Kinder ins Gebet:
„Dass ihr nicht auf die Schnelle rennt,
denn unser arabischer Bettgeselle pennt.“

17.03.2016 © Wolf-Rüdiger Guthmann

Informationen zum Gedicht: Der Bettgeselle

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19.03.2016
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