Der Abend naht

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Der Sommertag war lang genug,
die Sonne schien in einem Zug.
Eben hat sie noch geblendet,
schon hat sich das Blatt gewendet.
Trotz Hitze war der Tag geschäftig
und der Krach noch ziemlich heftig.
Der Zeiger lässt die Zeit vergehen,
bald ist nur Dämmerung zu sehen.

Dämmerung die Zeit der Kühle
aber auch Zeit der Gefühle.
Riechen, hören, Stiche fühlen,
schmecken, entdecken, Wunden kühlen,
schweigen, küssen, reden, trauen,
auf Appetit und Hunger bauen.
Hören der Glocken Klang und Hall,
und den Hahn im sicheren Stall.

Köpfe in die Höhe recken,
ersten Stern am Firmament entdecken.
Wenn der Tag so gut vergeht,
lohnt sich das Hände falten zum Gebet.
Erste Schatten tanzen an der Wand,
weil eine Kerze wird angebrannt.
Das Telefon lässt Töne quellen,
weil wir Pizza nun bestellen.

Einer steigt in den Keller ein
und holt uns einen guten Wein.
Während die Bestellung checkt,
wird der Tisch schon eingedeckt.
Alles lobt den Fleiß der Frauen,
die sich noch zu küssen trauen.
Kühler Wind hat auf der Haut
feine Gänsepickel aufgebaut.

Die heiße Pizza kommt grad recht
und kein Stückchen wird da schlecht.
Schweigend beim Kauen lauschen
hört man Rasensprenger rauschen.
In der Ferne blökt ein Schaf,
blökt sich in den eignen Schlaf.
Prost auf einen schönen Tag,
der so war wie ich ihn mag.

07.08.2015 © Wolf-Rüdiger Guthmann

Informationen zum Gedicht: Der Abend naht

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07.08.2015
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