Das gesungene Gedicht

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Was ist das, ein gesungenes Gedicht?
Mancher sagt das gibt es nicht.
Doch viele Lieder, die wir heute singen,
auch wenn sie etwas seltsam klingen,
fingen als Gedicht mal an,
bis einer die Melodie ersann.

Von Hänschen klein bis Deutschlandlied,
man dazu kein Thema mied.
Der Sänger Walther von der Vogelweide,
auch sein Anblick war eine Augenweide,
rief beim Anblick mancher Damen
Worte, die von Herzen kamen.

Die aber auch zu Herzen gingen,
wenn sie rhythmisch und melodisch klingen.
Zeilenweise sang er liebliche Minne,
dass er schnell ihr Herz gewinne.
Türen, die sonst verschlossen blieben,
öffneten sich nun zum Lieben.

Wenn Walther so sein Herz verschenkte,
es selbst den Keuschheitsgürtel sprengte.
Walther sang inbrünstig tüchtig,
die Männer wurden eifersüchtig.
Doch zügelten sie ihre Pfoten,
denn das Singen war nicht verboten.

Und manche der schönen Damen
auch nur heiße Gedichte bekamen.
Zeilen, weil sie sehr lieblich klangen,
sie dann von den Zinnen sangen.
Wenn Walther weiter ritt bei Licht,
hörte er sein gesungenes Gedicht.

15.09.2018 © W.R.Guthmann

Informationen zum Gedicht: Das gesungene Gedicht

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18.09.2018
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Wolf-Rüdiger Guthmann) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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