Auf dem Dampfer

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Der Seemann nennt uns Landratten,
weil wir stets Boden unter den Füßen hatten.
Diese Aussage traf uns sehr hart,
drum unternahmen wir eine Dampferfahrt.
Ein schöner See war schnell gesucht
und eine Gruppenreise gleich gebucht.
Die Fahrt dorthin begann beizeiten,
wir wollten nicht als letzte schreiten.

Blaues Wasser und Schilf am Rand,
rundherum wie ein grünes Band.
Leichte Wellen die Sonne spiegeln,
da galt es die Badelust zu zügeln.
Zwei Möwen auf dem Wasser hockten,
als wenn sie sich die Fische lockten.
Der Dampfer schon am Stege wartet,
wir steigen ein, der Motor startet.

Bremse los, die Welle zuckt,
festhalten, der Dampfer ruckt.
Die Welle dreht, das Ruder kracht,
der Dampfer viele Knoten macht.
Am Bug sich jetzt die Wellen teilen,
rechts und links zur Seite eilen.
Man riecht das Wasser in der Luft,
das ist für den Seemann Duft.

Unterwegs merkt man es kaum,
dass auf den Kronen wächst der Schaum.
Die Seeluft durch das Fenster zieht,
mancher bei der Zugluft flieht.
Der Käpten dreht das große Rad,
wir essen Würstchen mit Salat.
Der Käpten lässt beim Halt den Anker sinken,
während wir den Kaffee trinken.

Nach drei durchgeschwatzten Stunden
sind beendet unsere Runden.
Und wir sind alle wieder frei,
eine Äquatortaufe war nicht dabei.
Und wir hatten auch noch Glück,
dass Neptun uns wieder entließ zurück.
Zuhause können wir dann beteuern,
was wir erlebt an gefährlichen Abenteuern.

26.08.2015 © Wolf-Rüdiger Guthmann

Informationen zum Gedicht: Auf dem Dampfer

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26.08.2015
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Wolf-Rüdiger Guthmann) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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