Zwischen den Welten

Ein Gedicht von Michael Jörchel
Die Zielgerade
eines langen Lebens vor den Augen.

Die letzten Meter
voller Schmerz und Entbehrungen.

Meter für Meter
kämpfe ich mich nach vorne.

Mit jedem Schritt
fühle ich wie meine Kräfte schwinden.

Am Rand stehen Menschen die mich anfeuern
damit ich weiter gehe.

Worte der Hilflosigkeit, Gesten der Verzweiflung.
Worte, um festzuhalten was zu entrinnen droht.
Worte, um der Sprachlosigkeit zu entfliehen.

„Alles wird gut.“ rufen sie mir zu
„Das Leben ist schön.“
„Du musst doch nur wollen.“

Nur wollen.
Will ich wirklich?

Sie sehen nicht mein Ziel,
sie fühlen nicht meinen Schmerz,
sie können sich nicht meine Angst vorstellen
die ich vor der Zukunft habe.

Eine Zukunft in Hilflosigkeit.
Ein Leben in Abhängigkeit.
Ohne Aussicht auf Besserung.

Ich habe Angst zu leben
aber auch Angst zu sterben.


© Michael Jörchel

Informationen zum Gedicht: Zwischen den Welten

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24.05.2019
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Michael Jörchel) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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