Warum dann überhaupt was sagen?

Ein Gedicht von Michael Jörchel
Da gibt es Menschen, ohne Frage,
die hab ich gern, damit du es weißt.
Doch was sie manchmal zu mir sagen
das geht mir mächtig auf den Geist.

Neulich sah ich ne Bekannte
an der Haltestelle stehen.
Als sie ihren Kopf umwandte
konnte sie mich auch gleich sehen.

Ich lud sie gleich zum Kaffee ein
und spürte ihren Blick.
Sie sagt nicht ja, sie sagt nicht nein
sie sagte nur: „ Man bist du dick.“

Warum sagen Menschen das
direkt in das Gesicht?
Macht ihnen sowas wirklich Spaß
oder denken sie man weiß das nicht?

Glauben sie ich hätt kein Spiegel
und dass ich das nicht selber sehe?
Hey, ich geb euch Brief und Siegel,
dass ich täglich davor stehe.

Auch der Pickel auf der Stirne
der schon lange quält.
Wird von vielen auch sehr gerne
als ein Thema ausgewählt.

Warum sagt man einem Dinge
die man sogleich nicht ändern kann.
Doch wenn es einmal um was ginge
dann schweigen sie dich an.

Zum Beispiel wenn der Reißverschluss
meiner Hose offen steht
oder wenn noch Apfelmus
an meinen Lippen klebt.

Dann, ihr lieben Leute
dann könnt ihr gleich reden.
Dann kann ich jetzt und heute
diesen „Makel“ auch beheben.


© Michael Jörchel

Informationen zum Gedicht: Warum dann überhaupt was sagen?

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23.10.2011
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