Supermarkt

Ein Gedicht von Michael Jörchel
Den Kopf voller Wünsche, Hoffnungen und Ideen
betrat ich den Supermarkt.
Unzählige Regale bäumten sich vor mir auf.
Wie in einem riesigen Labyrinth
führten mich die Reihen zu den Verschiedensten Angeboten.
Viele dieser Artikel verleiteten mich zum Zugreifen.

Bunt eingepackte Lügen,
die Familienpackung mit den Schuldgefühlen,
dazu noch die Selbstzweifel aus dem Sonderangebot.
Die große Liebe mit dem abgelaufenen Verfallsdatum
- Naja, besser als gar nichts-
Heucheleien mit einem falschen Lächeln als beigefügtes Werbegeschenk,
gratis Probierpackungen mit Fremdproblemen,
einige Dosen mit Ängsten und Hürden,
dazu noch ein Glas mit Pflichtgefühl.

All das landete in meinem Einkaufswagen
und ließ ihn voll werden.

Als in meinem Wagen kein Platz mehr gewesen ist
schob ich ihn, mühevoll, zur Kasse.
um für all diese Dinge, mit Lebenszeit, zu bezahlen.

Und als ich mich, beim Hinausgehen, noch einmal umdrehte
sah ich ganz hinten ein Regal
mit meinen Wünschen Hoffnungen und Ideen.

© Michael Jörchel

Informationen zum Gedicht: Supermarkt

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19.05.2017
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