Flucht vor dem Leben

Ein Gedicht von Michael Jörchel
Ich hab mein Leben aufgeräumt,
meine Seele entleert.
Meine Träume ausgeträumt,
Erinnerungen ausgekehrt.

Ich hab mit Allem abgeschlossen,
mit Gutem und was mich sehr quälte.
Tränen hab ich viel vergossen,
es gab nichts mehr, was für mich zählte.

Ich lasse mich nicht mehr verletzen,
ich schließe die Probleme aus.
Ich möchte nicht durchs Leben hetzen,
ab heute bleibe ich zu Haus.

Jeder Zugang abgeblockt.
Die Schranken sind herabgelassen.
Mauern werden aufgestockt.
Ich bin für keinen mehr zu fassen.

Ich wollte nur für mich da sein,
indem ich alles von mir wies.
Doch dieser Glaube war nur Schein.
Ich schuf mir ein Verlies.

Ich ließ nichts mehr an mich heran,
nichts kam zu mir herein.
Und ich merkte irgendwann,
Ich bin zwar sicher, doch allein.


© Michael Jörchel

Informationen zum Gedicht: Flucht vor dem Leben

831 mal gelesen
(Es hat bisher keiner das Gedicht bewertet)
-
21.05.2014
Das Gedicht darf nur mit einer Erlaubnis des Autoren kopiert oder veröffentlicht werden. Jetzt Anfrage stellen.
Anzeige