Flammen der Gleichgültigkeit

Ein Gedicht von Max Vödisch
Die Welt steht schief, ein Draht steht unter Strom,
ein falsches Wort – und alles steht in Brand.
Die Nachrichten sind laut, doch ohne Ton,
weil jedes Bild im schnellen Scrollen verschwand.

Die Straßen sind voll, doch keiner hört das Wort,
die Stimmen verhallen im digitalen Rauschen.
Wir streiten im Netz, doch verändern kaum den Ort,
während die Flammen der Gleichgültigkeit lauschen.

Zu jung, um zu wählen, doch alt genug zu kämpfen,
die Welt verlangt Entscheidungen ohne Verschnauf.
Du scrollst weiter, lässt die Sorgen nur dämpfen,
vergisst die Gefahr, Gleichgültigkeit nimmst du in Kauf.

Ein Algorithmus schreibt dir, wer du bist,
ein Feind wird täglich neu definiert.
Du fragst nicht mehr, ob das noch menschlich ist,
die Zweifel heute bleiben unkonvertiert.

Die Trommeln schlagen, stolz und unbelehrbar,
Geschichte dreht sich enger im Kreis.
Man nennt es Fortschritt, kühl und berechenbar,
und wir zahlen dafür den letzten Preis.

Informationen zum Gedicht: Flammen der Gleichgültigkeit

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15.01.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Max Vödisch) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.