Seelenklage
Ein Gedicht von
Marcel Strömer
Bald bin ich Stein,
in finstrer Gruft,
vom rauen Schicksal hart bezwungen,
bald treibt mein Herz wie Sturm in Luft,
vom wilden Weltenrad
verschlungen.
Zuletzt zu schwer,
die große Last,
bald bin ich Asche,
im Wind verwehend,
die mir meine Qual umfasst,
kein Stern lässt mir
das Licht von Heimat sehen.
Ich bin nur Mond,
mal bleiche Nacht,
dann peitschend Sturm,
der klagt durch kahle Zweige,
leer ist meine Hand,
von Schuld bewacht,
der Seele tiefste Mitternacht
die aber schweige.
Brennend heiß mein Durst,
Herz und Kreis bewegt,
mein Ich zerfällt zu Sand und Scherben,
heimatlos vergeht mein Selbst
in Schmerz,
kein Klang der mir noch bleibt,
als still zu sterben.
Am Ende bleibts,
und keinerlei Erbarmen,
Eisig wie’s nur Götter tun,
ist ihr Schweigen,
kälter als in
leeren Armen,
werd ich in ernster Ruh,
wohl für immer bleiben-
© Marcel Strömer
[Magdeburg, 14.02.2026]