Ruhend in mir selbst
Ein Gedicht von
Marcel Strömer
Es erzürnt mich,
und doch bleib ich ruhig.
Die Welt dreht sich nur noch um sich selbst,
und ich frag mich,
wann wir aufgehört haben zuzuhören.
Menschen sind laut geworden,
aber sagen nichts.
Sie tragen Masken,
führen Dinge im Schilde,
unberechenbar wie Wetter im April.
Lügen klingen inzwischen ehrlicher
als jede Wahrheit.
Selbsternannte Führer
krönen sich im eigenen Applaus.
Gefühlt wird nur noch,
wenn es schmerzt.
Geliebt wird das Zurückschrecken.
Gefeiert wird das Zerstören.
Und wo nichts mehr heil ist,
da erwartet man auch kein Wunder mehr.
Aber ich bleib ruhig.
Nicht aus Schwäche.
Sondern weil mein Herz
kein Kriegsschauplatz wird.
© Marcel Strömer
[Magdeburg, 20.02.2026]