Meine Geschichte
Ein Gedicht von
Marcel Strömer
Ich war ein Kind.
Ein Herz, das Schutz suchte,
manchmal fast fand.
Manchmal lachten sie.
Manchmal schlugen sie.
Manchmal war alles fast okay.
Und manchmal war alles kaputt.
Ich habe gesprochen.
Aber niemand hörte zu.
„Ach, so schlimm wird es schon nicht sein.“
„Typisch, heile Welt.“
Die Leute schauten weg.
Kein Mut. Keine Lust.
Wenig Herz.
Heute spreche ich.
Nicht aus Rache.
Nicht aus Hass.
Sondern weil ich existiere.
Mir ist Unrecht widerfahren.
Ich war ein Kind.
Und sie waren Menschen,
hart, unfair, kalt,
und manchmal fast okay.
Meine Stimme erhebt sich
über das Schweigen der anderen.
Ich spreche für das Kind, das ich war,
für den Menschen, der ich geworden bin.
Ich habe überlebt.
Ich existiere.
Und ab heute
erzähle ich meine Geschichte.
Auch Fremden
© Marcel Strömer
[Magdeburg, 17.02.2026]