alles umsonst?

Ein Gedicht von Marcel Strömer
Technogewitter im Schlafanzug
nächtlich wummert ein Stahlkonzert
Maschinenraumgerassel beraubt Stille
treffen Wurfgeschoss und Steine auf Elektroschrott
Stromschläge im Kopf, rasantes Kopfkino
aufgedrehte Teenager vertauschen wirre Blicke
flüchtig trifft aufgeblähte Ekstase auf Gelangweiltes
Glücksmomente, die sich auf Nasenlänge schrumpfen lassen
bunte Flaggen quer auf Brust und Hose, schweres Atmen
dort oben steht er, ein DJ mit Musik im Ohr
wirkt irgendwie rebellisch vor aufgeklapptem Laptop
völlig zerzaust, verschlafen, trunken mit schelmischem Blick,
der einem augenzwinkernd ein Lächeln schenkt
im Buch des Lebens vertieft mustert er den Floor
hinter ihm grinst läppisch ein Graffiti von Wand herunter
die Party verläuft im manischen schwarz-weiss Film ab
dort schwitzt und tränt es, stroboskopgezackte Gestalten
Hände rudern gierig nach Leben, berühren sich selbst
zwischendurch wechselt der Takt, Schweigen unmöglich
im Auge des Orkans, fühlt sich Einsamkeit gefüllt an
wenn Erschöpfung naht, entwickeln sich neue Kräfte
vielleicht ein zweiter Frühling, oder eine letzte Chance?
oder alles umsonst?



© Marcel Strömer
(Magdeburg, den 18.02.2015)

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Informationen zum Gedicht: alles umsonst?

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18.02.2015
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