Wie es zur Dichtkunst kam

Ein Gedicht von Jürgen Wagner
Die Poesie: ein Kind des Friedens!
Künden Sagen alter Zeit
Wer spricht, wer hört und wer versteht
Meidet Habgier, Krieg und Streit

Die Götter schlossen einstmals Frieden
Und vermischten ihre Kraft
Dann, als Zeichen ihres Bundes
Spuckten sie in e i n e n Napf

Und formten einen Zwerg daraus
Großer Weisheit, Redekunst
Ein jeder musst' ihn einfach hören
Hoch stand er in der Menschen Gunst

Zwei Zwerge wollten Weisheit haben
Lauerten ihm einmal auf
Erschlugen ihn ganz hinterhältig
Nahmen diesen Mord in Kauf

Nun hatten sie den Lebenssaft
Brauten einen feinen Met
Aus s e i n e m Blut und i h r e m Honig
Fehlt nur einer: der Poet!

Die Dichtkunst war nicht ihre Sache
Ihrer Habgier Freude kurz
Suttungr hatte eine Rechnung offen
Alles and're war ihm schnurz

Der Riese forderte den Trank
Versteckte ihn in einem Berg
Tochter Gunnlod musste ihn bewachen
Dichterei war nicht ihr Werk

Der Odin hat davon erfahren
Dient beim Nachbarries' ein Jahr
Zusammen bitten sie Suttungr
Der aber weist sie ab glasklar

Der Gott bohrt in den Berg ein Loch
Kriecht als Schlange schnell hinein
Gunnlod findet ihn bezaubernd
Drei Nächte währt das Stelldichein

Dann durfte er ihn endlich haben
Trinkt drei Kessel einfach aus
Und schwingt als Adler sich nach oben
Bringt den Skaldenmet nach Haus

So wurden auch die Götter weise
Asen hüteten den Trank
Und spendeten ihn vielen Menschen
Ihnen gilt der Dichterdank!

Informationen zum Gedicht: Wie es zur Dichtkunst kam

43 mal gelesen
(Es hat bisher keiner das Gedicht bewertet)
-
17.12.2018
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Jürgen Wagner) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
Anzeige