Morgendämmerung im Wald

Ein Gedicht von Jürgen Wagner
Wir schliefen im Wald, waren noch nicht erwacht,
da weckte uns dröhnender Hufschlag unsacht
Wer stob da so nah durch den dunklen Tann,
so eilig und schlug uns angstvoll in Bann?

Kein Zögern, kein Zweifeln war in seinem Lauf,
so unbedingt jagte er hin und hinauf
Weh dem, der ihm in den Weg sich stellt!
'Ein Gott!' dachte ich – wie der sich verhält!

Wir ließen uns los, Cernunnos war vorbei
Er wollte wohl zu einem Flüsschen nah bei
Ich hatte den Hirsch nicht mit Augen geseh'n,
doch fing ich an, dieses Tier zu versteh'n

Anm.: Cernunnos, ‚der Gehörnte‘, ist eine keltische Gottheit mit Hirschgeweih, die dem antiken ‚Herrn der Tiere‘ entspricht. Sie repräsentiert die Macht der Natur, der Tiere, der Fruchtbarkeit.

Informationen zum Gedicht: Morgendämmerung im Wald

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10.08.2019
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Jürgen Wagner) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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