Kleine Kosmogonie

Ein Gedicht von Jürgen Wagner
Die reine Energie, das Licht, das Feuer
so stark, so schnell, so ungeheuer
kühlt ab und sinkt - zuletzt erstarrt,
wird sie Materie, die verharrt

Planeten werden dann geboren
so kalt und rauh - die wie verloren
kreisen um die heiße Sonne,
empfangen noch das Licht der Wonne

Ein Wunder ist unglaublich selten
doch auf der Erde zu vermelden
dass das Licht in Wasser schießt
und dieses sich erregt ergießt

das Mineral dadurch belebt -
Licht zu sein ist es bestrebt
das Dunkle in das Helle wenden
- zuletzt begann es gar zu denken

Man grenzt sich ab, man schließt sich ein
man tauscht sich aus, man nimmt was rein
und entdeckt, sich zu vereinen -
fortan ist alles auf den Beinen

Mag sich bewegen, mag sich rühr'n
mag sich begegnen, mag sich spür'n
zurück zum Licht, zum Anbeginn
zur Schöpfung und zum Neubeginn

So sagen es die großen Mythen,
doch werden wir uns lieber hüten,
zu viel zu wollen und zu rennen
- damit wir uns nicht noch verbrennen

Informationen zum Gedicht: Kleine Kosmogonie

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12.06.2015
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Jürgen Wagner) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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