Die Pestilenz oder Der Virus

Ein Gedicht von Hendrik Birke
Erst, wenn das Lachen leis' verstummt,
der klügste Mensch auf Erd' verdummt.

Erst, wenn die Maske uns entzweit,
kein Kuss für uns mehr möglich scheint.

Erst, wenn das Feiern uns verboten,
uns ganz am End' regier'n Idioten.

Erst, wenn die letzte Blume blüht,
das Gift der Denunzianten sprüht.

Erst, wenn der Glaube untergeht,
die Pestilenz durch Gassen weht.

Erst, wenn Berührung einstmals war,
kein Leben mehr aus Frau gebar.

Erst, wenn das Recht zum Irrweg wird,
uns keiner hilft, uns weise führt.

Erst, wenn die Lieb' dem Hasse weicht,
mein Freund, nun Feind, zur Waffe greift.

Erst, wenn Vertrauen schwerer wiegt,
als Lüge, die seit Jahren siegt.

Erst, wenn das letzte Zeitungsblatt,
Kritik erstickt und uns schachmatt.

Erst, wenn wir sehen, es ist zu spät,
der Hass bereits zu stark gesät.

Erst dann, ja dann, sind wir bereit,
das Herz zu öffnen, weit, ganz weit.

Erst dann, sind wir bereit für Kampf,
der Wut zu öffnen Kessel's Dampf.

Erst dann, wird Liebe neu entstehen,
der Hass im Kampfe untergehen.

Wir dann, erst dann, die Zukunft pflegen,
das Leben, Glück und Liebe hegen.

Informationen zum Gedicht: Die Pestilenz oder Der Virus

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20.10.2020
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Hendrik Birke) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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