Zum Lusamgärtlein
Zum Lusamgärtlein
In Träumen empfing ich sie
Am Bahnsteig, umarmte und küsste sie,
Wir verschmolzen zum Monolithen.
Unbeweglich stand sie,
Weil sie mir ihre Nähe lieh,
Selig fanden wir uns, hatten ausgelitten.
Doch beim genauen Hinschauen
Konnte ich meinen Augen nicht trauen,
Denn sie war nicht ausgestiegen.
Ich sah mich wie im Windgrauen:
Durfte auf Liebe ich denn noch bauen,
Mich jetzt im Glücke noch wiegen?
Traurig trottete ich zum Lusamgärtlein,
Um mit meinem Walther dort ganz allein
Zwiesprache zu nehmen mit gebrochenen Sinnen,
Dem von der Vogelweide, der in Bozen sein Plätzlein,
Stand tieftraurig bei ihm in blassem Mondenschein,
Wo er sein Ende gefunden, die Glückseligkeit, das Minnen.
©Hans Hartmut Karg
2026
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