Tierchenzeit

Ein Gedicht von Hans Hartmut Dr. Karg
Tierchenzeit

Ach ja, die kleinen Schnuckeltierchen
Kriechen beim Baden in die Haut,
Öffnen für sich so manches Türchen,
Das die Natur für sie gebaut.

Der Arzt schaut auf die Rötungen,
Gibt mir dann eine gute Salbe.
Im Kopf hätte ich Tötungen,
Doch zieht die Taube zu der Schwalbe.

Es ist ja Sommer, schwer der Schlummer,
Die Tierchen fressen mich fast auf,
Doch weiß ich, es gibt schlimmeren Kummer,
Sie teilen meinen Lebenlauf.

Ich kaufe da kein Schockgerät,
Elektrisch, denn das tötet nur:
Wer mit der Todesnadel näht,
Versteht noch nicht die Tiernatur.

Wenn wir die Tierchen alle killen,
Werden als Nahrung sie verschwinden.
Hunger können Vögel nicht stillen,
Müssen ihren Abschied künden.

Wir wundern uns dann doch angeblich,
Wenn auch die Windschutzscheiben frei
Und wir damit nicht unerheblich
Verursacht, dass kein Sang im Mai.


©Hans Hartmut Karg
2019

*

Informationen zum Gedicht: Tierchenzeit

24 mal gelesen
28.06.2019
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Hans Hartmut Dr. Karg) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
Anzeige