Mutter und Kind

Ein Gedicht von Hans Hartmut Dr. Karg
Mutter und Kind

©Hans Hartmut Karg
2017

Der Tropfen hängt an der Brombeere,
Wo ihn der Morgendunst nun mehre
Mit Wasser, um mit Kampfgewicht
Zu Boden zieht den schwarzen Wicht.

Dort springt der Tropfen auseinander,
Damit das Wasser weiter wander,
Die Beere, sehr kompakt und klein,
Wird nächstes Jahr 'ne Pflanze sein.

Sie wird sich mit der Mutter zanken,
Denn sie treibt selbst die stärksten Ranken.
So ist das halt im Lebenskreis:
Die Jugend geht selbst auf die Reis'!

Das Alte mag zwar noch bestehen,
Mitunter nach dem Nachwuchs sehen,
Doch dieser ist längst sehr gescheit
Und schneidert sich sein eigenes Kleid.

Vielleicht hat er noch Wohlgefallen,
Will sich hochranken und festkrallen.
Doch eine Mama weiß doch längst:
„Frei wirst nur, wenn Du selber denkst.“

*

Informationen zum Gedicht: Mutter und Kind

267 mal gelesen
24.10.2017
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Hans Hartmut Dr. Karg) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
Anzeige