Katharsiszeit

Ein Gedicht von Hans Hartmut Dr. Karg
Katharsiszeit

Die Pandemieklagen verstummen nicht,
Schmerzlich sieht man auf diese Krisenzeit,
Geht deshalb schwer mit ihr ins Gericht,
Denn das Virus verursacht Kummer und Leid.

Doch sie erweist sich auch als reinigende Zeit,
In der Nottrennungen offenbar entscheiden,
Wer in der Krise noch zur Beziehung bereit
Und wer Kontakte wird für immer vermeiden.

Schlimm ist es, wenn liebende Freunde brechen,
Weil das Trennende sie nicht aushalten können,
Menschen nicht mehr miteinander sprechen,
Es ihnen unmöglich ist, sich Virtuelles zu gönnen.

Reinigend bleibt dagegen die Zeit in dem Sinne,
Wo Personen sich schon lange nicht mehr grün,
Weil sich im Gemüt die Missgunst verspinne
Und Niedergründe in die Gedanken einzieh'n.

Da kommt der Zwangstrennung Heilung zu,
Das Unangenehme geht endlich verloren,
Die leidende Seele kommt so zur Ruh',
Zum Neuanfang in künftigen Zeiten erkoren.

Wer die Gedanken von Missliebigem reinigt,
Der kann dadurch auch den Körper heilen.
Wer sich dagegen mit viel Lasten peinigt,
Bei dem können Mahre lange verweilen...


©Hans Hartmut Karg
2021

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Informationen zum Gedicht: Katharsiszeit

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27.03.2021
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Hans Hartmut Dr. Karg) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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