Jeder Grabstein wird verschwinden

Ein Gedicht von Hans Hartmut Dr. Karg
Was haben Herrscher sich bemüht
Auf Erden Ewigkeit zu retten,
Damit die gute Nachwelt sieht,
Wie Gottgleichheit kann hier sich betten.

Hier stehen ehern Mausoleen,
In Einsamkeit zum Himmel zeigend,
Um ja den Tod zu übergehen -
Und sich doch hin zur Erde neigend.

Nichts bleibt von keinem hier auf Erden,
Selbst wo er mit Dienern begraben,
Begleitet gar von Kutschen, Pferden -
Und schmuckbehängt, mit Essensgaben!

Und wo die tönernen Soldaten
Des Herrschers bleichen Leichnam schützen,
In Stein gemeißelt seine Taten
Wird ihm die Herrschaft nichts mehr nützen.

Auch von uns wird kein Name bleiben,
Kein Grab, keine Erinnerung,
Wenn wir in jene Sphäre treiben,
In der nichts alt und nichts mehr jung.

Ob da die Seele weiterlebt,
Ob sie zu anderen gezogen?
Wir wissen's nicht, doch sind bestrebt,
Dass uns der Himmel bleibt gewogen.

(c)Hans Hartmut Karg
2019

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Informationen zum Gedicht: Jeder Grabstein wird verschwinden

51 mal gelesen
10.09.2019
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Hans Hartmut Dr. Karg) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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