Großmuttertrauma

Ein Gedicht von Hans Hartmut Dr. Karg
Großmuttertrauma

Kränkungen gibt es überall,
Man muss nicht danach fragen,
Auch Frustrationen ohne Zahl
Lassen nur wenig wagen.

Verstehen sich die Menschen nicht,
Weil sie nur Macht ausüben?
Sind wir nicht souverän und schlicht,
Um Mitmenschen zu lieben?

Die Macht ergreift in unseren Tagen
Viele in unserer Gutgesellschaft.
Da muss man sich doch leider fragen,
Ob da nicht schwindet Lebenskraft.

So las ich in der Zeitung:
„Wer sucht Oma, die längst verstoßen,
Für Hausaufgaben, für Anleitung,
Will keinen Lohn und keine Rosen!“

Aus der Anzeige spricht das Leid,
Das viele Großmütter erlitten,
Wo man Beziehungen entzweit,
Weil ohne Grund man ganz zerstritten.

Soweit ist es wohl schon gekommen,
Naturwüchsiges zu verwerfen.
Ist die Gesellschaft so verkommen,
Dass Egotrips sie nur kann schärfen?

Sieht man denn da ein weinend' Herz,
Wo nur noch Witz und Unterhaltung
Die Menschen hintreibt, fernsehwärts
Und ohne die Sozialgestaltung?

Großmutter reichte man die Hand
Durch Wahlverwandte, die sie buchten,
Die ihren Wert sehr rasch erkannt,
Weil sie mit ihr die Nähe suchten.


©Hans Hartmut Karg
2018

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Informationen zum Gedicht: Großmuttertrauma

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Oma
09.11.2018
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Hans Hartmut Dr. Karg) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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