Ende einer Familienfeier

Ein Gedicht von Hans Hartmut Dr. Karg
Ende einer Familienfeier

Man isst und trinkt immer zu viel,
Wenn dort in schöner Unterhaltung
Und mit der vielen Witzgestaltung
Bei stets vertrautem Wort und Spiel
Man halt nicht so sehr darauf achtet,
Ob das Gewicht denn da noch stimmt,
Weil man sich gern von allem nimmt,
Was auf den langen Tisch verfrachtet.

Danach ist man mitunter schlauer,
Wenn das Tiefatmen kaum noch geht,
Man lieber sitzt und nicht mehr steht,
Weil drückend doch und auf der Lauer
Das kleine Herzchen stockend weht,
Wo Körperblut von Fett verdickt,
Der Esser schließlich fast erstickt
Versinkt in Selbstmitleid und Trauer.

Deshalb wird mancher vorher weise,
Drückt sich vom Essen und vom Trinken,
Will lieber in sein Eck versinken,
Um bei Musik – heimlich und leise –
Vom Redefluss sich zu erholen.
Zu Hause trinkt er Grünen Tee,
Geht weg, sehr schnell, ohne Adé,
Hat sich einfach nur fortgestohlen.


©Hans Hartmut Karg
2019

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Informationen zum Gedicht: Ende einer Familienfeier

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21.05.2019
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Hans Hartmut Dr. Karg) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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