Der Wanderer

Ein Gedicht von Hans Hartmut Dr. Karg
Der Wanderer

Herausgelöst aus Schlafes Wänden
Steht er am Morgen räkelnd auf,
Zurrt Bänder fest, gürtet die Lenden
Und startet seinen Wanderlauf.

Entland der Etsch geht es nach Süden
Mit Blick zum absinkenden Mond.
Da lassen sich noch Wünsche hüten,
Mit denen das Gemüt belohnt.

Der Wanderer, der da gegangen,
Sieht sich schon ziemlich eingekeilt.
Doch Reben stärken das Verlangen,
Weil hier auch hoher Segen weilt.

Das Wasser, Sonne, Land und Reben
Geben der Landschaft diesen Halt,
Denn wo die Wände aufwärts streben,
Wird niemals unser Auge kalt.

So kommt er endlich in die Stadt,
Bekannt durch kurzen Kreuzwortnamen,
Wo Einkehr seinen Frieden hat
Und Schatten schützen Bank und Rahmen.

Freiheit, die findet er erst dann,
Wenn beidseitig die Wände weichen,
Das weite Land kommt irgendwann,
Mutigen Schrittes zu erreichen.

Niedriger werden Hügelketten,
Es geht wohl hin zum Apennin.
Das weite Land wird ihn dann retten
Mit Kunst, Genuss und Lebenssinn.


©Hans Hartmut Karg
2019

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Informationen zum Gedicht: Der Wanderer

25 mal gelesen
01.07.2019
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Hans Hartmut Dr. Karg) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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