Wundertinte

Ein Gedicht von Eva Pietsch
Jüngst wurde eine Tinte erfunden,
die ist gleich nach dem Lesen verschwunden.
Sie ermöglicht dem Lehrer zu überwachen,
ob Kinder die Leseaufgaben machen.

Meist stellt er Lese-Hausaufgaben.
Doch zu morgen will er Geschichten haben.
Die sollen sie nicht zu vergessen wagen,
denn am nächsten Tag sind diese vorzutragen.

Er nimmt tags drauf Toms Heft. „Zeig her!“,
sagt er. Das Heft von Tom ist aber leer.
Darüber ist der Lehrer empört,
denn Faulheit findet er unerhört.

„Tom!“, grollt er, „Was erlaubst du dir?
Es steht gar nichts auf dem Papier.“
„Ich hab’ zur Kontrolle den Text gelesen“,
sagt Tom, „da ist er weg gewesen.

Meine Mama hat mich dazu gezwungen.
Ich finde, mein Text war sehr gut gelungen,
und wär’ er danach nicht weg gewesen,
dann wäre er wirklich zu schade zum Lesen.“

Tja, was soll der Lehrer da machen?
Statt sich zu ärgern, beginnt er zu lachen.

Informationen zum Gedicht: Wundertinte

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28.02.2021
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Eva Pietsch) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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