Träne im Stillen
Ein Gedicht von
Claudia Behrndt
Träne, Träne, bleib noch fern,
ich kann dich jetzt nicht in mir tragen.
Was würden wohl die Anderen hör´n,
wenn sie mein stilles Weinen fragen?
Doch drängen sie mit jeder Nacht,
sie wollen raus, so laut, so sehr.
Ich halte sie mit letzter Kraft
und lächle – doch es fällt mir schwer.
Doch irgendwann, wenn niemand sieht,
darf jede Träne leise fallen.
Ein Tropfen spricht, was niemand sieht
und trägt ein Stück der Last von allen.
© Claudia Behrndt
´2018