Sandblüten

Ein Gedicht von Anouk Ferez
Unsere Stunden sinken ineinander,
als die Zeiger unserer Uhren
sich endlich finden,
und das Kalenderblatt
des unbeschriebenen Tages
wird weißer Sand,
vor dem sich unsere Gestalten
abheben wie Schattenrisse
vor der Kulisse unserer Träume.

Mein Sehnsuchtsblau schreibt es
auf jede noch so kleine Blüte,
die im Taumel deines Atems tanzt:
Wie sehr ich dich liebe!
Und die Sonne streicht jedes
meiner stummen Worte
über deine Haut von Karamell.

Wir legen unsere Ängste
auf Borkenschiffchen,
schicken sie längs des Flusses
zu anderen, zu fernen Ufern.
Übrig bleibt nur dieses Sehnen,
das mit jeder Welle
unserer Kokos-Küsse wächst.
So verirrt sich unser Geist
zwischen unseren warmen Körpern,
die im Schilfblattrauschen
aneinander Halt suchen
um gemeinsam
von der Stille zu trinken.

Unsere Füße malen Wege in den Sand
die wir einmal gehen werden
- vielleicht nur im Kopf,
doch was macht das schon?
Ins Dunkel deiner Augen gefasst
träumt mein Lachen
sich an helle Strände,
auch wenn der Winter
einmal nach uns greift.

© Anouk Ferez 21-4-2015

Informationen zum Gedicht: Sandblüten

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21.04.2015
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