Nur wer die Sehnsucht kennt

Ein Gedicht von Anouk Ferez
Mein Licht schreit in die Stille
bevor es erstickt
– geboren das Schwarz.
Schichtwechsel:
Die Nacht übernimmt das Regiment,
begräbt den Tag
unter hunderttausend Dohlenfedern.
Meine Stimme blutet ins Dunkel,
ein Wort erwacht,
streckt sich, raunt
und schaut mich fragend an.
Einsamkeit dröhnt in meinen Ohren,
wenn meine Hand
deinen Rücken
nicht lesen kann.
Ich ruh wie im Schraubstock
zwischen lauter Daunen,
die Nachtigall
dreht das Gewinde
rum und rum und rum
mit ihren zarten Doppeltönen.

© Anouk Ferez 5-2015
inspiriert von Goethes MignonII

Informationen zum Gedicht: Nur wer die Sehnsucht kennt

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03.05.2015
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