Profil von Lena Engelbrecht

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Anzahl Gedichte: 155
Anzahl Kommentare: 4
Gedichte gelesen: 26.951 mal
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Titel
155 Paläste aus Versen 23.04.26
Vorschautext:
"Durch mich grüßen euch der Tag und die Nacht, Stimmen voll guter Wünsche, Glück und Freude"
Vers von Ibn al-Khatib in der Alhambra

"Sufi, - sagte der Emir -
wir haben den Krieg verloren,
endlich ist Zeit für Frieden.
Jetzt bauen wir ein Buch,
das schönste aller Bücher".
Und der Sufi
schrieb
Wände aus Strophen,
Säulen aus Versen,
...
154 Polarlichter 11.04.26
Vorschautext:
Sonnenstürme schenken den Höhen
wallenden Lichterregen,
wogende Silben.
Feuervögel färben den Himmel,
malen Sonatensätze
mit ihren Federn.

© Lena Engelbrecht
153 Polygonal 06.04.26
Vorschautext:
vergangene Traumbilder
in unmöglichen Städten
bizarre Geschichten
auf unzugänglichen Felsen
können nicht existieren
scheinen es nicht zu wissen
gemeißelt wie von Riesen
in schwindelerregender Höhe
und tief im Tal
unter Tempel-Kolossen
aus Stein härter als Stahl
geschnitten wie weiche Erde
...
152 Lorca 30.03.26
Vorschautext:
Donna Alba ist kreidebleich:
vor ihrem Haus
über dem Abgrund thront
Federico im Federkleid
wie ein Engel,
nur nicht gefallen,
eher schwebend und singend
über tosende Rosen und Blut,
verzehrende Glut und Tod
und den Mond.

Oh der Mond in deinem Mund,
...
151 Form und Farbe 28.03.26
Vorschautext:
Der Morgen in Rotgold bricht
durch offene Fenster ein.
Wolkenwellen
spiegeln vollkommen
Kirschblüte unten
in Form und Farbe.

© Lena Engelbrecht
150 Osireion 21.03.26
Vorschautext:
Nur in Vollmondnächten
zur Tagundnachtgleichen
erhallen Sonnenhymnen
aus dem Osireions Inneren.
Hunderte Sonnenbarken
steigen über Abídos -
dem Hügel des Hüters am Nil -
und gleiten langsam zum Ozean.

© Lena Engelbrecht
149 Sonnenzeit 15.03.26
Vorschautext:
Im Reich der Rieseneichen
atmet Erde wieder frei.
Windrosen-Rhythmen
tragen Meereswellen zu den Dünen
im Land der Wälder
und Bernsteingeschichten.
Der aufgetaute Fluss
unter den moosbemalten Fichten
verwandelt Eis in Wasser
zwischen rotgestreiften Felsenwänden.
Lichtblaue Blume ist geweckt
vom Ruf der Sonnenzeit.
...
148 Holi-Farben 06.03.26
Vorschautext:
In Gärten schwellen Pfauenschreie auf
und Blütenblätter lauschen ihrem Öffnen
am Holi Fest zu Ehren Kamas.
Aus dem Sari-Stoff des Lakshmi Sutra
entwebt die Sonne grenzenlose Farben
am ersten Vollmondtag im Frühjahr.

© Lena Engelbrecht
147 Anders 28.02.26
Vorschautext:
Meine bekannte Krähe macht heute Pause.
Sonst legt sie die Walnüsse immer
direkt auf die Strasse,
auf den Asphalt, und wartet
von oben auf das Auto
das Nüsse für sie im Vorbeifahren knackt.
Heute ist sie aber anders.
Abwechslung?

© Lena Engelbrecht
146 Bänder des Walzers 24.01.26
Vorschautext:
auf "Take This Waltz" von Leonard Cohen


Diese Wendeltreppe aus Schmiedeeisen
führt zur Dachterrasse.
Aus goldbeleuchteten Fenstern alter Paläste
schallt über Kupferkuppeln:
"...nimm diesen Walzer...".

Sommertanz auf dem Dach.
Mitten im eingeschneiten Liebreiz der Stadt
warme Wange,
...
145 Dem Praxiteles 17.01.26
Vorschautext:
Im Marmortal
begegnen sich Erinnerungen,
wandern der Vergangenheit entlang,
sehen Skulpturen in den Küstenfelsen
unter der orangen Sonne strahlen,
Seewellen und die Welten
nacheinander fallen und entstehen,
Pinien und Zypressen in der Weite.

© Lena Engelbrecht
144 Ukiyo-e 06.01.26
Vorschautext:
In der nächtlichen Grafik,
in gefächerten Kiefernbaum-Nadeln
hat sich der Vollmond verfangen
und flirrt vergoldet durch Wolkenschaum
als ginge der Vorhang auf
im vergessenen Traum.

© Lena Engelbrecht
143 Farbe des Granatapfels 03.01.26
Vorschautext:
für Sergei Paradschanow

Ein armer Mann war Sayat Nová,
webte Teppiche aus warmer Wolle,
färbte Wolle mit rotem Granatapfelsaft und bitterer Walnussschale
auch wenn er lieber Bücher gelesen hätte.
Seine Kamántsche nahm Sayat Nová,
reihte seine Wörter auf ihren Saiten,
brachte als Opfer für Götter Granatapfelkerne
und verließ Avlabári für immer.
Sayat Nová erzählte Prinzessinnen, Mönchen und Herrschern
seine Geschichten und Märchen in bunten Farben
...
142 Knabberzeuge 21.12.25
Vorschautext:
Unglaublich, aber da haben neulich Knaben
versucht, sich heimlich am Labskaus zu laben.
Dem ausgesprochen kühnen Unterfangen
folgte das Naschen bunter Zuckerstangen.

Die Nahrungspyramide nun erklommen,
standen zwei Knaben dort vor Müh' benommen.
Der andere sang plötzlich eine Arie
und wurde, wie der eine, Vegetarier.

Mit dem gesunden Appetit
bissen zwei Knaben auf Granit.
...
141 Dramatischer Nachtisch 13.12.25
Vorschautext:
Gierige kleine Pfötchen
strecken sich, krallen sich rein,
reißen erbarmungslos zarten
Glanz der Hüllenhaut auf,
wälzen sich in zerfetzten Resten.
Dunkel verschmierte Gesichter strahlen.
Winzige scharfe Zähne,
wehrloses Waffelfleisch knirscht.
Augen blinzeln euphorisch
im unbändigen Schokorausch.

© Lena Engelbrecht
140 Galerie 06.12.25
Vorschautext:
Es waren Wände zwischen uns,
Nachahmungen, Kopien, Originale,
grelle Lampen an der Decke.
Wir waren zwischen Wänden.
Bilder schauten uns an.
Sie hatten Fragen in den Augen,
wiesen mit zerstreuten Blicken
zu dem Ausgang aus dem Labyrinth.

© Lena Engelbrecht
139 Chinesischer Garten 29.11.25
Vorschautext:
Im silbergrauen Zierrat
verlieren sich weich
Farben der Herbstkonturen
und ihre Spuren.
Der Abend -
in Nebelsatin gekleidet,
in Baum-Wolle gehüllt -
begleitet fallende Blätter
zur Ruhetränke
neben der Lotosbrücke.

© Lena Engelbrecht
138 Ein Gedicht 15.11.25
Vorschautext:
Wie ins Licht getunkt.
Ein Punkt
bezeichnet die Zusammenkunft
von Parallelen
die zueinander laufen
in Perspektiven.

© Lena Engelbrecht
137 Keine Gnomen 08.11.25
Vorschautext:
Zwei Gnomen schlichen durchs Gelände,
dieses Gelände nahm kein Ende.
So hat das Ganze seinen Lauf genommen.
Es waren aber letztlich Knaben, keine Gnomen.

Zur Abwechslung mal unter dem Ahorn
spielten zwei Knaben abends Klappenhorn.
Das klang wie Katzenjammer auf dem Dach
und verursachte Klagen wegen Krach.

Zwei Knaben wollten endlich ihre Ruhe haben
und auf dem Feld das Klappenhorn vergraben.
...
136 Mehrzahl 01.11.25
Vorschautext:
Zwei Jugendliche wollten unbedingt ein wenig Trübsal blasen,
nur ging das nicht so richtig auf dem Rasen.
Im Sonnenschein mit vielen bunten Schmetterlingen
ließen sich Minderjährige vom trüben Ding abbringen.

Drei Knaben teilten sich ein Klappenhorn im Maisfeld
und sahen drum als ziemlich kompliziert die Welt.
Wär' auf dem Feld, so wie es sich g'hört, der Dinkel,
wäre wohl anders der Betrachtungswinkel.

Zwölf Elfen... ja, warum denn nicht...
tanzten im Wald im Elfenlicht.
...