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Anzahl Gedichte: 96
Anzahl Kommentare: 14
Gedichte gelesen: 32.868 mal
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Titel
96 Lippenbekenntnis
Vorschautext:
So beging ich den Tag mit Warten auf dich!
Es verging mir die Zeit, verging mir das Leben – in Freude, in Gram,
in Langmut und Scham,
Und dann endlich kam,
eine Frau noch schöner als du!
Sie hatte dein Gesicht, deine Anmut, dein Lachen und
war geschmückt mit einer Girlande aus Zeit,
aufgereiht
eine Kette unerfüllbarer Erwartungen!
Ich, wartend auf die Almosen ihrer Liebe!
Was ist ihr Kuss für mich -
ein Lippenbekenntnis?
95 Zwiegespräch
Vorschautext:
Ich, redselig, verschweige dir
mein kleines Leid,
meine große Hoffnung,
meinen unmöglichen Verzicht.

Du, schweigend, gestehst mir
dein unsagbares Leid,
deine verlorene Hoffnung
deinen Verzicht.

Redeten wir miteinander,
fiele alles zusammen.
...
94 So!
Vorschautext:
So,
alles so ungefähr,
so, alles auf Ende auf Anfang,
oder auf irgendetwas dazwischen,
so - und dann wissen wir nicht weiter,
so.
Wenn die Klarheit der Gedanken
so käme, einfach so,
daher käme in Worten,
stünden sie in einem Gedicht?
So einfach?
Oder doch nur dazwischen?
...
93 Gift und Gegengift
Vorschautext:
Gift und Gegengift,

das Gift des Alltags und das Gegengift der Abende,
der Einsamkeit Gift, das der Liebe, des Lachens, der Sehnsucht,  der Scham, der Freude, dein, mein.

In allem die Chemie des Zerfalls, in allem ein Werden versteckt, in der kurzen Unendlichkeit.

Wir gehen die Wege nie zurück,
wir sehen alles wie zum ersten Mal,
sehen nie mit den Augen der Anderen,
die flüchtigen Bilder, nächtens in Träume verpackt.

...
92 WILLKOMMEN
Vorschautext:
Ein Tag und noch einer
bis du kommst!
Dazwischen der Gedanke-
Du wärest längst hier,
wenn du denn wolltest.

Ich verschwinde in den Ornamenten des Tages,
löse mich auf in der Nacht ohne Sterne,
bin ein einziger Wunsch nach Nähe
im endlosen Jetzt.

Im ungesagten Wort löst sich
...
91 Unruhiger Schlaf
Vorschautext:
Kennst du ein Wort für die Sehnsucht am Abend ?
Für das Gespräch der Sterne mit dir ?
Wie klingt der Anlaut des Traums in der Ferne ?
Wer teilt den Schlaf zu,
läßt klingen das Wolkenklavier ?
Wer hebt uns das Licht auf,
fädelt die Dunkelheit ein ?
Wer legt den Gedanken der Nacht,
den Mantel um schmale Schultern ?
Wer gibt das Vergessen hinzu ?

Mondnacht, windhell –
...
90 Poetryslam - frei nach Goethe
Vorschautext:
"Du möge Vögele ?"
Ist das jetzt 'ne Spam
Oder 'ne poetry slam ?
Auf der Lichtung
Die Dichtung !
Was ist hier dicht ?
Wer ist hier undicht ?
Ihr seid wohl nicht ganz Dichtung
Ihr Vögel
Ruh, jetzt gebt aber endlich Ruh
Schweigen ist jetzt angesagt im Walde
Nicht vögeln !
...
89 HAUT
Vorschautext:
Innerstes,
Ausläufer dessen,
was uns Seele heißt,
schamverhüllt
bauscht sich Begierde,
blättert uns auf.
Siebenfingrig erfahren
was uns treibt:
schweißglänzend, duftverhangen
stürzt uns die Einfalt der Liebe
vom Wissen ins Wollen,
vom Wahn in die Wehmut.
...
88 ZEIT IST EIN RIESE
Vorschautext:
zeit ist ein zwerg
jetzt noch wie wiese
bald schon wie BERG
auf dessen Spitze
blüht weiß ein Baum
darunter sitze
ich und ein Traum.
Zeit ist ein RIESE
zeit ist ein zwerg.

drug
87 DER RABE
Vorschautext:
für KR

mit seinem eigenen Schnabel
hackt er sich ein Auge aus.
Mit seinem andern Auge,
hämmert er
in diese Wahrheitswand ein Loch.
Und sein Gefieder fliegt davon,
gemausert in Gedankenjahreszeiten.

Er wird das Feld verlassen,
aufgescheucht und suchend
...
86 Zeit
Vorschautext:
Die Zeit vor Augen
und Lachen auf der Haut verteilt -
wie weit das trägt!
Im Kopf, dem einzigen Planet,
begegnen wir uns selten noch.
Und doch – es eilt,
sich Zeit zu nehmen, Zeit zu geben,
gehenden Auges durch die Welt,
sehen mit Haut und Haaren,
sich vergraben in der Zeit –
bis man merkt was fehlt.

...
85 Fußgängerzone
Vorschautext:
Soviel traurige Schönheit,
soviel schöne Traurigkeit kommt mir entgegen.

Der Schatten der Stromkabel als Notenlinien auf dem Asphalt.
Die Vögel als Viertel- und Achtelnoten.

Muzak, von einer Geige zu spielen, die Vorgabe „Mesto“.

Wir sind die Kunden in unserem Leben.

drug
84 Alexander Gerst kehrt aus dem All zurück
Vorschautext:
Er hat sie gesehen, die rissige Haut der Erde,
Schrunden und Narben, Ekzeme – manchmal eine Art Mensch-Allergie
Dünn und verletzlich, dermatitische Vulnerabilität,
eruptive Xanthelasmen, Lichenifizierung, Peau d'Orange.

Die Maniküre verdirbt mit ihren aufgeklebten Fingernägeln die Schönheit der Landschaft,
Urlaubsstrände mit Hotelanlagen, ganzjährig geöffnet, sie greifen ins Meer.

Die Städte, ihre größten sind riesige Herpesareale,
mit einem Duft nach Mercaptanen, der sich auch in der Schwerelosigkeit noch erinnert.
Als Pheromon haben sie Chanel No.5 aufgelegt,
ein kurzlebiges EdT, trotz öliger Konsistenz.
...
83 Echolalie
Vorschautext:
Komm doch und sag
was immer schon zu sagen war,
komm doch und klag
nicht mehr.
Lass die Zeit sagen
was sie von uns weiß –
komm doch, wir tragen
unsere Sehnsucht über Berge bis ans Meer
und flüstern unsern Reim dazu.
Ja, lass den Reim doch endlich zu,
er weiß doch was zu sagen ist.
Und wir tragen was zu tragen ist,
...
82 Kunst ist nichts für Vegetarier
Vorschautext:
Worte einer Ausstellung,
Bilderzyklen,
Fluchtpunkte am Horizont
der extrovertierten Innerlichkeit,
umgekrempelt,
das Fell über die Ohren
waidmännisch aufgebrochen,
lauter Kadaver, die da hängen.
Ausgestellte, willkürliche Algoritmen,
Pfade ins Unbekannte,
Überraschungsmomente,
Abstürze,
...
81 Vielleicht Verdicchio
Vorschautext:
Und in dieses Meer
von Gedichten
noch einen Tropfen.

Salzig wird´s werden
auf deiner Haut,
ein Regengedicht wird´s werden –
wenn nicht ein Fisch es vorher verdaut !

Aufsteigen und fallen,
fließen soll es,
einsickern, vermodern.
...
80 Schmuggelware
Vorschautext:
Wir verreisen in uns
- bis zum Nordpol, manchmal,
bis an den inneren Strand, mit der immerwährenden Brandung,
bis zum Fels DU,
oder dem "Lands-end" in uns.

Wir sehen & staunen:
sonnige Küsten, von Kinderlachen übersät.
Oder: Wüste Alltag, kleine Oase Feierabend, dort hinten.

Wann kommen wir an, in Panama ?

...
79 Kassiber
Vorschautext:
Kassiber des Schmerzes,
Wollust des Reims.
Ohne Antwort des Herzens,
Wird das Gedicht keines sein !

Drug
78 Gedicht
Vorschautext:
Ich nehme mich zu wichtig,
deshalb dicht' ich!

drug
77 Vögeln
Vorschautext:
Wir glauben an die Liebe -
und vögeln durch die Welt,
es treiben uns die Triebe,
hinein ins Paradiese
und wissen nicht was fehlt.

Wir schrecken wie die Schnecken
vor der Wahrheit dann zurück.
Wir stecken wie die Zecken
den Schniedel in die Lücken
und halten es für Glück.

...