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Anzahl Gedichte: 42
Anzahl Kommentare: 1
Gedichte gelesen: 947 mal
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Titel
42 Erinnerung an Masuren 25.09.21
Vorschautext:
für meinen Vater

Mit Demut begabt
steh´ ich im Niemandsland Ost
niemals
zwischen Weichsel und Newa
mit Blick in die Ferne
auf schiefe Ebenen
mit der Angel ohne Köder
fang´ ich den traurigen Fisch.

Am Abend über Hügeln
...
41 DANK AN CELAN 25.09.21
Vorschautext:
Wenn dein Wort sich neigt
endlich
zwischen Atem und Abwesenheit
endlich
Gestalt dich ergreift
dem Warten verfallen
spricht die Stille
schlägt mich
auf deine Seite
unglücklicher Jude
der Wahn einer Liebe
die bleibt.
...
40 Blaubart 24.09.21
Vorschautext:
Versuch über BLAUBART

Blaubart wartet auf den Tag,
da er nicht lieben muß -
er hats versucht, vergeblich mal um mal,
immerwieder landet er
als Leiche mit im Sarg
und nimmt sie mit die Qual.

Dann kommt der Jüngste Tag
und jeder sagt:
er sei der Mörder dieser Frau´n.
...
39 Alphabet, unvollständig 24.09.21
Vorschautext:
α alpha
heute
β beta
ich will, ich will, ich werde
γ gamma
hab geliebt, habs aufgeschrieben
δ delta
niemand kommt mehr
ε epsilon
ich warte
ζ zeta
bis das der tod
...
38 Wer ist ein Dichter? 24.09.21
Vorschautext:
Wer ist ein Dichter,
wenn nicht du -
die Reihung deiner Jahre ohne Reim,
verbundene Ereignisse, lose durch
den Bruch￾Strich gehalten, nur retrospektiv
von Versalien angeführt.
Überschriften fehlen ganz
oder wechseln von Tag zu Nacht.
Die verletzliche Haut der Worte,
gesprochen, geschrieben, getrieben,
aus dem Stein unserer unumstösslichen Wahrheiten gemeißelt,
wer standhält, beweglich bleibt,
...
37 ZEIT IST EIN RIESE 22.09.21
Vorschautext:
zeit ist ein zwerg
jetzt noch wie wiese
bald schon wie BERG
auf dessen Spitze
blüht weiß ein Baum
darunter sitze
ich und ein Traum.
Zeit ist ein RIESE
zeit ist ein zwerg.

drug
36 Unruhiger Schlaf 22.09.21
Vorschautext:
Kennst du ein Wort für die Sehnsucht am Abend ?
Für das Gespräch der Sterne mit dir ?
Wie klingt der Anlaut des Traums in der Ferne ?
Wer teilt den Schlaf zu,
läßt klingen das Wolkenklavier ?
Wer hebt uns das Licht auf,
fädelt die Dunkelheit ein ?
Wer legt den Gedanken der Nacht,
den Mantel um schmale Schultern ?
Wer gibt das Vergessen hinzu ?

Mondnacht, windhell –
...
35 HAUT 22.09.21
Vorschautext:
Innerstes,
Ausläufer dessen,
was uns Seele heißt,
schamverhüllt
bauscht sich Begierde,
blättert uns auf.
Siebenfingrig erfahren
was uns treibt:
schweißglänzend, duftverhangen
stürzt uns die Einfalt der Liebe
vom Wissen ins Wollen,
vom Wahn in die Wehmut.
...
34 Der hohe Ton 22.09.21
Vorschautext:
Den hohen Ton hab ich verloren,
hab ihn und das Gefühl verprellt.
Ich weiß, hab´ ihn so lang beschworen,
spüre, dass sein Fehlen, mehr als dich vergällt.

Hab´ ganz bewußt - Hirn über Herz -
auf Glück verzichtet.
Die Angst vorm Unglücks-Schmerz
hat gründlich die Idee vernichtet,
zu leben wie es Gott gefällt.

Es ist wohl so – das Hohelied auf dich
...
33 Amsellied 19.09.21
Vorschautext:
Ich rief mit der Stimme der Amsel nach Dir –
Frühling bleib, bleibe noch hier !
Vom Dachfirst die Heckenrosen –
Du trittst hervor.
Es raschelt mein Herz
im verwunschenen Tor.

Abende, Amseln,
der Unruh´ Gestalten.
Ich lauf´ Dir entgegen –
Du könntest mich halten.

...
32 Abend, Nacht, Morgen 18.09.21
Vorschautext:
… und wem gehört dann der Abend,
wenn Stille,
Hand in Hand mit der Nacht kommt,
in der niemand mehr hofft,
niemand wartet, niemand
dem Monde zuschaut
wie er wandert durch die Gedanken,
wem gehört dann die Nacht ?

Und wem gehört dann der Morgen,
wenn Stille uns verläßt,
aufgeht im Himmel,
...
31 Nachtwege 17.09.21
Vorschautext:
Stunden-Verschwendung – reinster Genuß !
Treibholz am Stauwehr der Nacht.
Du gehst, begleitest des Körpers Verdruß
mit Gedanken an sie – ihre heimliche Macht.
Liebe ist doch nur ein Wort der Verzweiflung
ein Wort, das uns treibt -
ist Einsamkeit ihr innerster Kern ?
Du gehst, ohne Hoffnung auf die Wohltat der Berührung,
du treibst allein, diese Nacht.

drug
30 Holländische Landschaft 15.09.21
Vorschautext:
Als Menü bieten wir heute:
Wolkenschiffe über Kühen an grüner Landschaft -
wohin soll das führen ?
Wenn die Sonne nicht wäre und mein fliegendes Herz,
das Schlag für Schlag sich in Erinnerung ruft -
es wäre ganz still, nur der Wind zerrt ein wenig.
Wer folgte dir nach, wenn du lautlos bliebest,
wenn du spurlos reistest in den graublauen Tag,
in die dämmernde Nacht ?
Wir schreiben uns ein in die Zeit
in der Schattenschrift der Wolken,
in ihrer flüchtigen Kaligraphie.
...
29 Litanei 14.09.21
Vorschautext:
Als gelassene Lügen getarnt,
gewarnt von der eigenen Moral,
die wir wieder über Bord warfen
die wir uns aus Hirn und Herz schnitten
mit dem stumpfen Messer des Vergessens.
Es hilft kein Bitten -
Lügen, die wir aneinander fügen,
die dich & mich betrügen -
es kommt vor - überall in der Welt,
auch wenn' s uns nicht gefällt.
Wir können kaum die Begierden zügeln
können es nicht lassen,
...
28 Deine Trauer und meine. Prenez donc votre croix 13.09.21
Vorschautext:
Woher die Trauer manchmal,
mitten am Tag?
Aus alten Gemäuern fällt sie dich an,
oder aus einem Kinderlachen.
Wehrlos für eine Sekunde oder zwei,
dann schaust du zurück:
Niemand hat sie dir ein und niemand ausgeflüstert.
Sie ist da, auch wenn du sie nicht spürst,
sie spürt dich.
Wenn du ihre Hand erreichst,
kannst du es schaffen –
schlendern durch die Zeit,
...
27 Einschlafen 12.09.21
Vorschautext:
Ein schwankendes Schiff,
mein Bett am Abend.
Über die Trümmer des Tages
segelt es dahin,
ohne Wind.
Ich ziehe es mühsam darüber,
bis das Meer schläft.

drug
26 Update 10.09.21
Vorschautext:
So ganz zufällig sind wir,
haben uns nicht gewählt, aber gemacht,
im Rahmen der Möglichkeiten,
im Rahmen des Gebotenen,
im Rahmen des Bildes, dass wir uns von uns machen.
Zufällig, als fiele uns etwas zu,
wir werden erschlagen,
ohne das geringste zu spüren.
Die Kausalität ist eine vertraute Lüge,
damit wir Bestand haben,
im Absurdesten noch, werden wir fündig.
Wir stehen mit beiden Beinen fest auf dem Haufen
...
25 Gedichte atmen 10.09.21
Vorschautext:
Wenn ich es lese, das Gedicht,
schaue Ich hindurch, ins Gestern,
ins Morgen, erahne den Moment,
weiß, daß das Weiß zwischen den Worten
nicht Leere ist, sondern Freiraum,
Luft, angefüllt mit dem Atem des Dichters.
Ich darf sie atmen und schreite hindurch
In die neuen Räume, die sich mir öffnen.

drug
24 Geheimnis 06.09.21
Vorschautext:
Ein Geheimnis müsse haben,
das Gedicht.
Sehr geheimnisvoll ist diese nicht.
Nur ein Geheimnis hat es, ein ganz kleines:
Warum ist es eines?

drug
23 Zwiegespräch 06.09.21
Vorschautext:
Ich, redselig, verschweige dir
mein kleines Leid,
meine große Hoffnung,
meinen unmöglichen Verzicht.

Du, schweigend, gestehst mir
dein unsagbares Leid,
deine verlorene Hoffnung
deinen Verzicht.

Redeten wir miteinander,
fiele alles zusammen.
...
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