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| 96 | Lippenbekenntnis | |||
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Vorschautext: So beging ich den Tag mit Warten auf dich! Es verging mir die Zeit, verging mir das Leben – in Freude, in Gram, in Langmut und Scham, Und dann endlich kam, eine Frau noch schöner als du! Sie hatte dein Gesicht, deine Anmut, dein Lachen und war geschmückt mit einer Girlande aus Zeit, aufgereiht eine Kette unerfüllbarer Erwartungen! Ich, wartend auf die Almosen ihrer Liebe! Was ist ihr Kuss für mich - ein Lippenbekenntnis? |
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| 95 | Zwiegespräch | |||
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Vorschautext: Ich, redselig, verschweige dir mein kleines Leid, meine große Hoffnung, meinen unmöglichen Verzicht. Du, schweigend, gestehst mir dein unsagbares Leid, deine verlorene Hoffnung deinen Verzicht. Redeten wir miteinander, fiele alles zusammen. ... |
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| 94 | So! | |||
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Vorschautext: So, alles so ungefähr, so, alles auf Ende auf Anfang, oder auf irgendetwas dazwischen, so - und dann wissen wir nicht weiter, so. Wenn die Klarheit der Gedanken so käme, einfach so, daher käme in Worten, stünden sie in einem Gedicht? So einfach? Oder doch nur dazwischen? ... |
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| 93 | Gift und Gegengift | |||
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Vorschautext: Gift und Gegengift, das Gift des Alltags und das Gegengift der Abende, der Einsamkeit Gift, das der Liebe, des Lachens, der Sehnsucht, der Scham, der Freude, dein, mein. In allem die Chemie des Zerfalls, in allem ein Werden versteckt, in der kurzen Unendlichkeit. Wir gehen die Wege nie zurück, wir sehen alles wie zum ersten Mal, sehen nie mit den Augen der Anderen, die flüchtigen Bilder, nächtens in Träume verpackt. ... |
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| 92 | WILLKOMMEN | |||
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Vorschautext: Ein Tag und noch einer bis du kommst! Dazwischen der Gedanke- Du wärest längst hier, wenn du denn wolltest. Ich verschwinde in den Ornamenten des Tages, löse mich auf in der Nacht ohne Sterne, bin ein einziger Wunsch nach Nähe im endlosen Jetzt. Im ungesagten Wort löst sich ... |
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| 91 | Unruhiger Schlaf | |||
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Vorschautext: Kennst du ein Wort für die Sehnsucht am Abend ? Für das Gespräch der Sterne mit dir ? Wie klingt der Anlaut des Traums in der Ferne ? Wer teilt den Schlaf zu, läßt klingen das Wolkenklavier ? Wer hebt uns das Licht auf, fädelt die Dunkelheit ein ? Wer legt den Gedanken der Nacht, den Mantel um schmale Schultern ? Wer gibt das Vergessen hinzu ? Mondnacht, windhell – ... |
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| 90 | Poetryslam - frei nach Goethe | |||
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Vorschautext: "Du möge Vögele ?" Ist das jetzt 'ne Spam Oder 'ne poetry slam ? Auf der Lichtung Die Dichtung ! Was ist hier dicht ? Wer ist hier undicht ? Ihr seid wohl nicht ganz Dichtung Ihr Vögel Ruh, jetzt gebt aber endlich Ruh Schweigen ist jetzt angesagt im Walde Nicht vögeln ! ... |
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| 89 | HAUT | |||
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Vorschautext: Innerstes, Ausläufer dessen, was uns Seele heißt, schamverhüllt bauscht sich Begierde, blättert uns auf. Siebenfingrig erfahren was uns treibt: schweißglänzend, duftverhangen stürzt uns die Einfalt der Liebe vom Wissen ins Wollen, vom Wahn in die Wehmut. ... |
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| 88 | ZEIT IST EIN RIESE | |||
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Vorschautext: zeit ist ein zwerg jetzt noch wie wiese bald schon wie BERG auf dessen Spitze blüht weiß ein Baum darunter sitze ich und ein Traum. Zeit ist ein RIESE zeit ist ein zwerg. drug |
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| 87 | DER RABE | |||
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Vorschautext: für KR mit seinem eigenen Schnabel hackt er sich ein Auge aus. Mit seinem andern Auge, hämmert er in diese Wahrheitswand ein Loch. Und sein Gefieder fliegt davon, gemausert in Gedankenjahreszeiten. Er wird das Feld verlassen, aufgescheucht und suchend ... |
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| 86 | Zeit | |||
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Vorschautext: Die Zeit vor Augen und Lachen auf der Haut verteilt - wie weit das trägt! Im Kopf, dem einzigen Planet, begegnen wir uns selten noch. Und doch – es eilt, sich Zeit zu nehmen, Zeit zu geben, gehenden Auges durch die Welt, sehen mit Haut und Haaren, sich vergraben in der Zeit – bis man merkt was fehlt. ... |
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| 85 | Fußgängerzone | |||
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Vorschautext: Soviel traurige Schönheit, soviel schöne Traurigkeit kommt mir entgegen. Der Schatten der Stromkabel als Notenlinien auf dem Asphalt. Die Vögel als Viertel- und Achtelnoten. Muzak, von einer Geige zu spielen, die Vorgabe „Mesto“. Wir sind die Kunden in unserem Leben. drug |
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| 84 | Alexander Gerst kehrt aus dem All zurück | |||
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Vorschautext: Er hat sie gesehen, die rissige Haut der Erde, Schrunden und Narben, Ekzeme – manchmal eine Art Mensch-Allergie Dünn und verletzlich, dermatitische Vulnerabilität, eruptive Xanthelasmen, Lichenifizierung, Peau d'Orange. Die Maniküre verdirbt mit ihren aufgeklebten Fingernägeln die Schönheit der Landschaft, Urlaubsstrände mit Hotelanlagen, ganzjährig geöffnet, sie greifen ins Meer. Die Städte, ihre größten sind riesige Herpesareale, mit einem Duft nach Mercaptanen, der sich auch in der Schwerelosigkeit noch erinnert. Als Pheromon haben sie Chanel No.5 aufgelegt, ein kurzlebiges EdT, trotz öliger Konsistenz. ... |
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| 83 | Echolalie | |||
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Vorschautext: Komm doch und sag was immer schon zu sagen war, komm doch und klag nicht mehr. Lass die Zeit sagen was sie von uns weiß – komm doch, wir tragen unsere Sehnsucht über Berge bis ans Meer und flüstern unsern Reim dazu. Ja, lass den Reim doch endlich zu, er weiß doch was zu sagen ist. Und wir tragen was zu tragen ist, ... |
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| 82 | Kunst ist nichts für Vegetarier | |||
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Vorschautext: Worte einer Ausstellung, Bilderzyklen, Fluchtpunkte am Horizont der extrovertierten Innerlichkeit, umgekrempelt, das Fell über die Ohren waidmännisch aufgebrochen, lauter Kadaver, die da hängen. Ausgestellte, willkürliche Algoritmen, Pfade ins Unbekannte, Überraschungsmomente, Abstürze, ... |
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| 81 | Vielleicht Verdicchio | |||
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Vorschautext: Und in dieses Meer von Gedichten noch einen Tropfen. Salzig wird´s werden auf deiner Haut, ein Regengedicht wird´s werden – wenn nicht ein Fisch es vorher verdaut ! Aufsteigen und fallen, fließen soll es, einsickern, vermodern. ... |
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| 80 | Schmuggelware | |||
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Vorschautext: Wir verreisen in uns - bis zum Nordpol, manchmal, bis an den inneren Strand, mit der immerwährenden Brandung, bis zum Fels DU, oder dem "Lands-end" in uns. Wir sehen & staunen: sonnige Küsten, von Kinderlachen übersät. Oder: Wüste Alltag, kleine Oase Feierabend, dort hinten. Wann kommen wir an, in Panama ? ... |
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| 79 | Kassiber | |||
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Vorschautext: Kassiber des Schmerzes, Wollust des Reims. Ohne Antwort des Herzens, Wird das Gedicht keines sein ! Drug |
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| 78 | Gedicht | |||
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Vorschautext: Ich nehme mich zu wichtig, deshalb dicht' ich! drug |
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| 77 | Vögeln | |||
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Vorschautext: Wir glauben an die Liebe - und vögeln durch die Welt, es treiben uns die Triebe, hinein ins Paradiese und wissen nicht was fehlt. Wir schrecken wie die Schnecken vor der Wahrheit dann zurück. Wir stecken wie die Zecken den Schniedel in die Lücken und halten es für Glück. ... |
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