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Gedichte über Sport - Seite 34


Die versperrte Tür (1968)

Ein Sommer in Unruhe, die Welt stand in Brand,
der Prager Frühling erschütterte fern jedes Land.
Er war neunzehn Jahre, ein Talent ohne Maß,
doch in der grauen Kaserne herrschte Befehl – ohne Rast.

Ein Ausgang verboten, die Vorschriften waren klar,
doch Funktionäre drängten: „Das Spiel ist heut’ da.“
Er ging und er spielte, vom Jubel umweht,
kehrte nachts in die Stille, von niemandem erspäht.

Am Morgen die Zeitung, gedruckt schwarz auf weiß,
sein Name in Reihen — der Anfang vom Preis.
Was heimlich geschehen, lag offen im Licht
und Neid wurde Ankläger, die Pflicht vorm Gericht.

Das Urteil fiel hart, man nannte es Verrat,
sie nannten es Fahnenflucht, Vergehen am Staat.
Die Herren im Hintergrund kauften sich frei —
er zahlte den Preis – und zerbrach dabei.

Ein Stempel im Register, ein Makel im Recht,
fortan galt er amtlich als politisch zu schlecht.
Der Radikalenerlass verschloss jede Tür,
kein Dienst für den Staat war vorgesehen für ihn hier.

An den Walzen der Presse, im Rhythmus der Zeit,
druckte er Nachrichten, Hoffnung und Leid.
Der Buchstabe einst, der ihn schmerzlich traf,
wurde Arbeit und Alltag in schweigendem Schlaf.

Der Ball auf den Plätzen, einst Ruhm und Talent,
blieb später nur Freizeit, die kaum einer kennt.
Kein Rasen der Liga, nur Asche im Wind —
ein Leben am Rand, das im Schweigen verrinnt.

Die Tür blieb verschlossen, der Schlüssel verwehrt,
doch leise blieb aufrecht, was tief in ihm nährt.
Im Takt seiner Schritte, im Druck jeder Zeil’
bewahrte er Würde — unsichtbar und heil.
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Abschied von einer großen Sportlerin

*****
Franziska Preuß

Ihr Abschiedsrennen bestritt sie in Mailand-Cortina 2026
bei den Olympischen Winterspielen.
Sehr erfolgreich war ihre Karriere,
mit großgesteckten sportlichen Zielen.

Mit dem Gesamtweltcup in der vergangenen Saison
hat sie was ganz Großes noch erreicht.
Die Entscheidung um Platz 1 blieb offen bis zur allerletzten Runde
und die war gegen die Französin Lou Jeanmonnot alles andere als leicht.

Jetzt mußte sich der deutsche Biathlonsport
von unserer großen Leistungsträgerin verabschieden und trennen.
Neben der großen Kristallkugel gewann sie auch viele Medaillen
bei Weltcup- und Weltmeisterschaftsrennen.

Unzählige Podestplätze hat sie mit dem Team eingefahren,
die bei starker Konkurrenz nie selbstverständlich waren.
Franziska Preuß hat uns Zuschauern viel Freude gemacht,
aber auch eine sehr wohltuende Athmosphäre in die Mannschaft gebracht.

Jetzt wird sie neue Ziele verfolgen, andere berufliche Wege geh'n.
Die Türen aber öffnen sich für unsere Nachwuchsathleten/innen,
die auch von Olympischen Spielen träumen
und die wir vielleicht schon bei den nächsten Großereignissen seh'n.

Der Kampf gegen die sehr schwere Konkurrenz
war für Franziska in den letzten Jahren nie leicht,
sie hat es trotzdem geschafft, auch nach gesundheitsbedingten Ausfällen,
immer wieder mit starken Leistungen zurückzukommen,
auch wenn es diesmal nicht für eine Einzelmedaille
bei Olympia hat gereicht.

Anhang:

Wir wünschen Franziska Preuß
auf ihrem weiteren Berufs und Lebensweg viel Erfolg
und sagen "Dankeschön!" für die vielen schönen, spannenden
Biathlon-Momente die sie uns in all den Jahren geschenkt hat.
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