Zwischen uns

Ein Gedicht von Lilian Lüke
„Zwischen uns“

Ich sehe dich an
und sehe mich –
wie in einem Spiegel, der nie klar ist,
immer verzerrt von Jahren, Tränen, Geschichten, die wir teilen.

Du hast mich geboren,
nicht nur in dieser Welt,
sondern auch in mir selbst.
Du hast mich laufen gelehrt,
sprechen, lachen, atmen
in einer Welt, die oft zu laut war für kleine Seelen.

Wir haben gestritten
wie Stürme, die aufeinanderprallen,
bis Worte wie Messer fielen,
bis wir dachten,
vielleicht überlebt keiner von uns.

Aber wir haben überlebt.
Immer.
Überleben heißt nicht nur existieren –
es heißt kämpfen, lieben, schreien, weinen
und wieder zueinanderfinden.

Du warst meine Königin und mein Albtraum zugleich.
Manchmal liebte ich dich,
weil du stark warst,
manchmal hasste ich dich,
weil du stärker warst als alles,
was ich in mir hatte.

Jetzt, fast erwachsen,
sehe ich dich nicht nur als Mutter,
sondern als Mensch,
voller Fehler, voller Träume, voller Kämpfe.
Ich erkenne deine Einsamkeit,
deine Ängste,
die du hinter deinem Lächeln versteckst,
und ich erkenne mich selbst
in diesen zerbrochenen Spiegelstücken.

Wir lachen über Absurdes,
weinen über Erinnerungen,
streiten über Kleinigkeiten –
und doch wissen wir,
wir lassen uns nie wirklich los.

Du bist meine Heimat,
mein Hafen, mein Sturm, mein Feuer.
Ich bin dein Chaos, dein Stolz, dein unerwartetes Glück.

Wir sind Mutter und Tochter –
Chaos und Liebe,
Wut und Zärtlichkeit,
Stärke und Verletzlichkeit.

Wir sind alles,
was wir jemals sein müssen.

Informationen zum Gedicht: Zwischen uns

11 mal gelesen
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18.01.2026
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