Zwischen Gischt und Gesang

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Der Sturm erwacht, die Wellen steigen.
Der Himmel reißt auf wie Zeichenpapier.
Blitze zucken wie zischende Peitschen.
Der Salzwind schreit zornig über dir.
Die wütende Gischt weiß noch ihre Namen,
die damals nicht nach Hause kamen.
Der Wal richtete die Kühnen und Harten
für ihre dunklen Greueltaten.
Die Männer wurden zu Treibgut im Blau,
das nun nicht mehr so stürmisch rau
die Boote durcheinander wirbelt,
wie Strähnen um den Finger zirbelt.
Das Dröhnen der Stille wird langsam friedlich.
Der Wind ist fort, der Himmel gütlich.
Die Kirchen auf Föhr, sie riechen diskret
nach blutigem Tran und leisem Gebet.

Informationen zum Gedicht: Zwischen Gischt und Gesang

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20.01.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Chandrika Wolkenstein) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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