Zwei Zimmer, Küche, Bad

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
Grübelnd sitzt er am Frühstückstisch,
irgendetwas ist geschehen…
Vergräbt die Hände in seinem Schopf,
wagt es nicht, sie anzusehen.

Vor ihm liegt die Tageszeitung,
ein gelber Textmarker daneben.
Sie weiß nicht, was sie denken soll,
eine Erklärung wird's sicher geben.

Interessiert schaut sie aufs Tagesblatt.
„Was hast du gerade markiert?
Bist jetzt auf Wohnungssuche,
- ist irgendwas passiert?“

Zwei geräumige Zimmer, Küche, Bad.
Ihr Herz setzt für Sekunden aus.
80m2 Wohnfläche, parterre, v. privat,
in einem gepflegten Altbauhaus.

Sie ist verwirrt und sprachlos.
Irgendetwas läuft gerad´ schief.
Heute Morgen war sie gut gelaunt,
jetzt fällt sie in ein Stimmungstief.

Sein Schweigen hält sie nicht mehr aus.
„Du solltest mir eine Antwort geben.“
Da bricht es schon aus ihm heraus:
„Ich möchte nicht mehr mit dir leben.“

„Dann solltest du jetzt packen!“
Ihr Körper fängt leicht an zu beben.
Die Tränen hält sie stolz zurück.
„Vergiss nicht den Schlüssel abzugeben!“




Gudrun Nagel-Wiemer

Informationen zum Gedicht: Zwei Zimmer, Küche, Bad

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05.03.2026
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