Zwei Funken im Dunkeln

Ein Gedicht von Max Vödisch
Hinter uns sinkt die Stadt wie ein müdes Gestern, die Gassen
voll Schatten, die Motoren noch warm.
Wir haben die Angst an den Kreuzungen gelassen
und tragen nur das, was uns hält, unterm Arm.

Dein Griff ist ein Funke im flirrenden Dunkel,
ein stilles Versprechen aus Stahl und aus Haut.
Die Straßen erzählen von endlosen Nächten,
doch wir hören nur zu, wenn die Ferne uns traut.

Der Wind schreibt uns Lieder aus Salz und aus Freiheit,
er fegt den Staub dieser Jahre vom Blick.
Kein Ziel, das uns ruft, nur die Flucht vor dem Stillstand,
nur der Mut, nicht zurück in das alte Geschick
.
Und irgendwo wartet ein Morgen ohne Urteil,
ein Ort ohne Namen, von keinem Plan vermessen,
wo die Wunde der Sehnsucht im Schweigen heilt
und wir uns erinnern, was wir fast vergessen.

Bis dahin jagen wir weiter dem Leuchten entgegen,
zwei Funken im Dunkeln, ein rastloses Paar.
Solange die Reifen den Boden noch spüren, sind wir frei –
und die Nacht bleibt unser Altar.

Informationen zum Gedicht: Zwei Funken im Dunkeln

11 mal gelesen
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12.01.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Max Vödisch) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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