"Zum alten Eisen gehören"? (Zweiteiler)
Erster Teil
„Undank ist der Welten Lohn“
-Fiktion –
-1-
Er weiß nicht mehr, wo ihm der Kopfs steht
seit sich alles um die Arbeit dreht,
sie frisst ihm weg seine Lebenszeit,
macht sich auch im Privatleben breit.
-2-
Arbeit beschäftigt ihn Tag und Nacht,
sehr viel an Freizeit hat er verbracht,
um, s Schaffen zu perfektionieren
aus Angst, sonst den Job zu verlieren.
-3-
Konkurrenz ist groß, das Leben hart,
seine Karriere ist auf Talfahrt
und der Jüngste ist er auch nicht mehr,
sich im Sattel zu halten, fällt schwer.
-4-
Keine Aussichten auf neuen Job,
denn vielerorts herrscht Einstellungsstopp
für Arbeiter in seinem Alter
in dem postmodernen Zeitalter.
-5-
Seine finanzielle Existenz
ist bedroht trotz seiner Kompetenz,
auf betriebsbedingte Kündigung
folgt nicht unbedingt Entschädigung.
Zweiter Teil
Restlos ausgelaugt, erleidet er einen Nervenzusammenbruch.
Der Not gehorchend, nimmt er allmählich Vernunft an und zeigt
sich zu einer ehrlichen und reflektieren Bestandsaufnahme bereit.
Selbstwertgefühl aufbauen und stabilisieren
-Fiktion –
-1-
Meine Seele weint, mein Herz lautlos schreit
seit ich die Würde verloren habe –
bin ich nicht zur Selbstannahme bereit,
wird man mich demnächst tragen zu Grabe.
-2-
Warum trieb ich mich derart herzlos an,
gönnte mir keine Ruhephasen mehr,
bin inzwischen ein gebrochener Mann,
Energietank, Seele, Geist, Herz sind leer.
-3-
Ich opferte mich auf für den Beruf,
verausgabte mich weit über Gebühr,
folgte dabei nie meines Herzens Ruf,
hatte für meine Seele kein Gespür.
-4-
Höchste Zeit, endlich zu mir zu kommen,
liebevoller mit mir umzugehen
Ballast abzuwerfen – gefühlt „Tonnen –
Sonne wieder aufgehen zu sehen.
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