Zeitbetrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln (3)

Ein Gedicht von Ingrid Baumgart-Fütterer
-1-
Durchs Leben hasten

Wir eilen durchs Leben im Sauseschritt
fassen vor Hektik im Alltag kaum Tritt
Kindheit und Jugend dahin schwindet bald,
kaum sind wir erwachsen, werden wir alt.
Ein Jeder weiß, was keiner will glauben,
dass mal die eignen Knochen verstauben,
denn da man Ewigkeit nicht kaufen kann
gibt es kein Entrinnen vorm Sensenmann.
So räumt auf mit dem Gestern, lasst es ruhn,
es gibt Hier und Heute genug zu tun
und spürt im Loslassen die Schöpferkraft,
die euch Freiräume zur Muße verschafft.
-2-
"Zeitstrudel"

Im Strudel der Zeit
vergeht die Kindheit,
verliert die Jugend
Unschuld und Tugend,
verfärben Jahre
silbrigweiß Haare,
verrinnt das Leben,
von Gott gegeben,
von Gott genommen.
Ein Kommen und Gehen
unterm Diktat der Zeit.
-3-
Wohin verschwindet die Zeit?

Das Heute nennt sich morgen das Gestern,
das Morgen gilt morgen als das Heute,
Gestern ist das Morgen von Vorgestern,
Zukunft wird der Vergangenheit zur Beute.
Wer heute lebt, ist bereits morgen tot,
tot war gestern, wer vorgestern lebte,
nur das Feuer war stets glühend rot
seit der Erdball zum ersten Mal bebte.
Gegenwart, Zukunft, bald Vergangenheit,
treten ins Reich des ewigen Schweigens,
fließen dann fort im Strom der Ewigkeit,
wo sich verlieren die Spuren des Leidens.

Informationen zum Gedicht: Zeitbetrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln (3)

16 mal gelesen
05.01.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Ingrid Baumgart-Fütterer) für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden.
Anzeige