Wieder steht die Stadt still

Ein Gedicht von Claudia Behrndt
Ich steh am Gleis im Morgenlicht,
der Wind fährt kühl durch mein Gesicht.
Kein Zug erscheint, kein Motor brummt,
die ganze Stadt bleibt wieder stumm.

Ich seh die Uhr werde nervös,
mein Plan zerfällt schon wieder bloß.
Ich wollte pünktlich irgendwohin,
doch alles steht – ich komm nicht hin.

Ich höre ein Fluchen neben mir,
„Schon wieder Streik!“ tönt es von hier.
Die Menge schimpft im Chor vereint,
weil uns die Zeit davonrennt, meint.

Ich fühl den Ärger tief im Bauch,
die Hoffnung brennt nur schwach wie Rauch.
Ich frag mich leis, wie es weitergeht,
wenn alles wieder still hier steht.

Ich stapf zu Fuß durch kalten Wind,
als wär ich trotzig wie ein Kind.
Ich trag den Frust von Haus zu Haus -
und irgendwann ist es wieder aus.

© Claudia Behrndt
25.02.26
(vom 27.02. -28.02.26 ist wieder für 48 Stunden BVG Streik)

Informationen zum Gedicht: Wieder steht die Stadt still

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25.02.2026
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